Linzer Tages-Post, 10. 11. 1915
Bachregulierung.
Aus Haag (N.Oe.) wird uns berichtet: Nach jahrelangen Verhandlungen ist nun ein für den Markt Haag in landschaftskultureller wie in sanitärer Hinsicht wichtiges Werk in Angriff genommen worden: die Regulierung des Hollengruberbaches. Dieses Gewässer, in der Katastralgemeinde entspringend, durchfließ den südwestlichen Teil des Marktes Haag in einem etwa 800 Meter langen, verwilderten und verwachsenen Gerinne in mehrfachen Serpentinen und mündet oberhalb der Eberstallerischen Kunstmühle in den Haagerbach. Der Hollengruberbach überflutete nach starken Regengüssen die nebenlaufenden Wege und Straßen, sowie Wiesen, Aecker und Gärten, während sich in wasserarmen Zeiten die durch den Ortskanal herbeigeführten Stoffe an seichten Stellen ablagerten und eine ernsthafte sanitäre Gefahr für den unteren Markt bildeten. Die Regulierung wird diesen Uebelständen ein Ende machen. Die Gesamtkostenerfordernis ist mit 20.700 K veranschlagt. Es wird durch Beiträge der Landesverwaltung, des Bezirksstraßenausschusses, der Gemeinde und der Anrainer bedeckt. Die vom Landesausschusse zur Ausschreibung gebrachten Arbeiten und Lieferungen für die Regulierung des Hollengruberbaches im Gesamtbetrage von 16.790 K 20 h wurden dem St. Pöltener Baumeister Josef Pihanle übertragen. Gemäß dem von der Landes-Wasserbaufachabteilung ausgearbeiteten Plane wird der Bach teils in offenem Gerinne mit geböschten Ufern und zum Teil mit betonierten Wänden und betonierter Sohle geführt. Durch Gärten wird er verdeckt geleitet. Die Regulierungsarbeiten wurden Ende September begonnen und sollen, falls die günstige Witterung anhält, noch in diesem Jahre zu Endegebracht werden. Mit der Leitung der Arbeiten wurde von der Wasserbaufachabteilung Bauaufseher Albert Röllig betraut.