Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Rugier 453 bis 488

Die Römerzeit 15 v.Chr. bis etwa 400 n.Chr

Römersteine an der Außenmauer der Pfarrkirche

Mit den Römern kam ab dem 3. Jh.  auch bereits christliches Gedankengut in unsere Gegend. Eugippius bezeugt in seiner Biographie des hl. Severin bereits ein Bistum Laureacum. Die häufigen Einfälle der benachbarten Markomannen, Juthungen und Hermanduren führten zu einer zeitweisen Unterwerfung Noricums an diese Volksstämme. Diese Einfälle waren ein kleiner Vorgeschmack des Hunnensturmes unter Attila. Nach dem Tod Attilas (+453) durch den Rugierfürsten Felethus erobert, wirkte in unseren Gauen der hl. Severin (+482) als Glaubensbote aber auch als Retter aus mancher Bedrängnis. Nach seinem Tod wurde Norikum zum Schauplatz und Tummelplatz kriegerischer Horden. Rugier, Heruler, Gothen und Langobarden durchstürmten das Gebiet, nichts als Ruinen zurücklassend, bis um die Mitte des 6. Jhdts. die Awaren mit den zum Ackerbau benützten Slawen hier ansiedelten. Die Awaren, ein kriegerisches Volk, ließen alle Kulturansätze der Römerzeit ersterben. Erst Karl dem Großen gelang es, die Awaren am Ybbsfeld zu besiegen. Die Errichtung der Ostmark als Grenzmark gegen den Osten war die eigentliche Geburtsstunde unserer Heimat, die dann Mönchen aus bairischen Hochstiften, wie Passau, Freising und Altaich zur Kultivierung überlassen wurde. Mit den Mönchen kamen auch Kolonisten aus Baiern und Franken zu uns, die hier wertvolle Kulturarbeit leisteten. Zu dieser Zeit dürfte an der Stelle, wo heute unsere Kirche sieht, ein Betkirchlein aus Holz für die christlichen Baiern entstanden sein. Hier auf diesem Hügel errichteten sich die Kolonisten einen "hag" gegen die feindlichen Nachbarn.

Das Erscheinungsbild

Haag liegt wie eine Perle gefasst inmitten unserer Hügelheimat...

Ein anmutiges Bild, die Kirche mit ihrem mächtigen Turm als getreuer Wächter, daran angeschmiegt die schmucken Häuser, malerisch unterbrochen vom Grün der Bäume - ein wunderschön geschlossenes Bild.

Kein schönerer Name könnte für unseren Heimatort gefunden werden, als der, den dieses schöne Örtchen seit urgrauer Zeit trägt. Wir wollen gerne der Deutung der Historiker Glauben schenken, wonach unser Haag seinen Namen aus dem altdeutschen "hag" ableitet, was so viel bedeuten soll wie "umfriedete Schutzstätte".

Der Schutz

Durch die Errichtung einer römischen Prokuratur und der Verlegung von Garnisonen in dieses Gebiet, wozu Rom sich durch die gehäuften Einfälle der kriegerischen Markomannen am Nordufer der Donau veranlaßt sah, drang sehr rasch auch römische Kultur in unser Gebiet.