Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Geschichte

Kleine Geschichte der Haager Orgeln

 

Eine frühe Erwähnung ist im Haagbuch1) niedergeschrieben. Ein Sebald Schmidtleuthner wurde 1596 für den Schulmeister- und Organistenposten in Haag vorgeschlagen, wurde es aber nicht.  1623 tritt der Organist Hermas Voggt als Zeuge auf.²)  Für 1631, 1637 und 1658 sind Rechnungen erhalten, die dem Orgelmacher aus Steyr bezahlt wurden. Laut Kirchen-rechnung 1679/80 werden dem Jakob Praitensteiner, Orglmacher   5 fl.(Gulden) und 3fl. 15x (Kreuzer) ausgehändigt.³)

1685 werden einem passauischen Orgelmacher für die Reparierung der Orgel 13 fl.  bezahlt. Und 1749 stellt der Orgelmacher Jahann Haräl aus St.Peter in der Au eine Rechnung für die „Reparierung der Orgl nebst einem beigemachtem Pedal“ über 280 Gulden aus.4)

1764 wurden dem  Nicolaus Rumbl, Orglmacher, in zweiter Zahlung  400 Gulden gegeben. Und 1765 wurden dem Gastgeber Maschabauer in Haag 64 Gulden bezahlt, weil er die Orgelmacher verköstigte, „die das Pedal aufsetzten, woran sie 5 Wochen gearbeitet haben“. Diese Orgel von Rumbl war ein äußerst gutes Werk. Lange Zeit ist von Reparaturen keine Rede. Um 1817 arbeitet ein Michael Höfler an der Orgel.

Joseph Breinbauer Orgelbauer aus Freinberg bei Schärding machte 1831 notwendige Reparaturen und eine Stimmung der Orgel. 1842 wird festge-stellt, daß eine Hauptreparatur dringend notwendig ist, wozu auch der Stiftsorganist Josef Pfeiffer aus Seitenstetten mit seinem Rat beigezogen wurde. Die Orgel wird 1843 mit 20 Register angegeben. In der Kirchenrechnung von 1848 werden nur 16 Register erwähnt. In den Jahren 1844 und 1845 erfolgte der Umbau durch den Orgelbauer Joseph Breinbauer zu Schärding (um 440 Gulden) zu einer neu verbesserten Orgel.

Zwischen 1857 und 1871 wurde der Orgelbauer Christian Röckl aus Steyr mehrfach für Reparaturen herangezogen (etwa die Erneuerung der Wellenzapfen, welche der Wurm abfraß, oder die Stimmung eines Pompart (1870), oder Wurmlöcher sorgfältig auskitten).  1866 scheint ein Orgelbauer aus Melk, Edmund Schlager, auf. Seit 1877 ist wieder Josef Breinbauer & Sohn, nun Orgelbauer aus Ottensheim, tätig. Er bekommt  für Reparaturen an der Orgel, welche in Folge übermäßigen Dunstes entstanden sind, 16 Gulden, vor allem für die Ausbesserung der durch Feuchtigkeit schadhaft gewordenen Blasbälge.

Die Pfarrchronik berichtet für das Jahr 1900: „Nachdem die alte Orgel unbrauchbar geworden, wurde eine neue große Orgel durch Lachmayr von Urfahr gebaut mit 38 Register (9.071 K).   Die Einweihung dieser großartigen Orgel fand statt am 15.August 1900 durch den hochw. H. Musikdirektor und Professor P.Marian Wenger von Seitenstetten.“ 5)

Ein Bericht der Kirchenvorstehung vom 15.1.1920 über die Jahre 1918 und 1919 besagt:  „Abgeliefert wurden Zinnpfeifen im Gewicht von 164 kg  zu 15 K(ronen)  = 2460 K(ronen). Dieser Betrag ist in der Sparkasse angelegt. Bald darauf kostete in Wien 1 kg  Zinn 75 K(ronen)“. Und in der Pfarrchronik (Seite 382) für das Jahr 1929 können wir lesen: „Im Kriege waren die Prospekt-Orgelpfeifen abgeliefert worden und infolge des nassen Sommers hatte die Orgel stark gelitten. Die fehlenden Pfeifen wurden durch Mayrhofer aus Urfahr ersetzt und das ganze Werk zerlegt und gründlich gereinigt. Die Kosten von S 1400.- wurden vom Friedhoffond entliehen.“ 6)

In das pneumatische Werk mit 28 Registern wurde

1940 ein Orgelmotor neu eingebaut, so daß der jahrhundertelange Dienst des Blasbalgtreters (Kalkant)  kaum bis gar nicht mehr notwendig war. Ebenso wurde ein neuer Subbaß 16´ und Choral-baß 4´ durch die Firma Mauracher aus  Linz eingebaut (RM 2.505). 1942 kam noch ein neuer Orgelspieltisch um RM 2000.- hinzu.

Am 16.6.1948 versetze ein Blitzschlag die Kirche in Brand, der schnell gelöscht werden konnte. Sichtbar blieben 5 Orgelpfeifen mit daumengroßen Löchern und eine schwer durchnäßte Orgel.
Nachdem die Orgel schon soviel mitgemacht hatte, wurde bald wieder eine größere Reparatur fällig. Dir Pfarrchronik berichtet: „  Umbau der Orgel 117.417.- Orgelbauer Georg Windtner aus St.Florian hat die Orgel auf Anweisung von Prl.Pretzenberger in den Registern modernisiert und auf 28 Register erweitert; (Umbau auf elektro-nische Traktur; neuer Spieltisch; ... imprägniert ge-gen den Holzwurm.) ... 1960  wurde die Posaune  als letztes neues Register in Orgel eingebaut.“7)

 

Die letzte große Umstellung erlebte die alte Orgel in den Jahren 1969/70.

Die gesamte Orgel wurde abtragen (ebenso das gräfliche Oratorium) und gleichsam einen Stock tiefer wiederaufgestellt (Kosten 99.792.-). Georg Windtner, Orgelbaumeister aus St.Florian wurde mit den Umbau beauftragt. Er hat das Orgelwerk mit seinen 1647 Pfeifen neu geordnet, sowie jahrlich (bis 1994) gewartet.

 

Am 26. und 27. Juni 2000 wurde das gesamte Werk abgetragen. Einige Register wurden nach Wien in die Pfarre Breitenfeld verkauft, fast alle Pfeifen fanden beim Orgelpfeifen-Pfarrfest  als „Erinnerungsstücke“ reißenden Absatz. Ein paar Pfeifen (auch wenige Reststücke aus der alten Rumbl-Orgel) sind im Pfarrarchiv verwahrt.

So ist nun Platz für das neue, große Orgelwerk der Oberösterreichischen Orgelbauanstalt  Helmut und Christian Kögler aus St.Florian  mit nunmehr

3 Manualen, Pedal,  36 Registern und 2310 Pfeifen (180 Holzpfeifen und 2130 Zinnpfeifen).

 

 

1)    Werner - Hintermayr, Stadt Haag, 1998, Seite 100

2)    Protokollbuch der Pfarrherrschaft Haag 1623

3)    Pfarrarchiv Haag, Kirchenrechung 1679/1680

4)    Pfarrarchiv Haag, Kirchenrechung 1749

5)    Memorabilienbuch der Pfarre Haag NÖ, 1790-2000, Seite 364

6)    Memorabilienbuch der Pfarre Haag NÖ, 1790-2000, Seite 382

7)    Memorabilienbuch der Pfarre Haag NÖ, 1790-2000, Seite 428

 

Disposition 2000

Haager Orgel: (III/36)  3 Manuale und Pedal,
Hauptwerk, Oberwerk, Brustwerk,    42 Züge:
36 Register (12+10+7+7); 5 Koppeln, 1 Tremulant 

             Anordnung der Register:

 linke Seite:

       Hauptwerk             Oberwerk              Brustwerk

Principal 16´

Rohrflöte 8´

Holzgedackt 8´

Octave 8´

Octave 4´

Principal 2´

Octav 4´

Nasard 3´

Quinte 1 1/3´

Quinte 3´

Octave 2´

Sedecima 1´

Octave 2´

Mixtur III

OW+BW

Mixtur IV-VI

HW+OW

Mixtur IV

Principal 16´

Octavbaß 8´

Octave 4´

                Pedal  (mit Mixtur IV)

 

rechte Seite:

      Brustwerk                            Oberwerk               Hauptwerk

´Blockflöte 4´

Viola 8´

Hohlflöte 8´

Sesquialtera II

Flöte 4´

Piffaro 8´

Regal 8´

Waldflöte 2´

Waldflöte 4´

PED+HW

Terz 1 3/5´

Cornett III

PED+OW

Dulcian 8´

Fagott 16´

PED+BW

Tremulant

Trompete 8´

Trompete 8´

Posaune 16´

Subbaß 16´

                   Pedal

 

                      Auflistung der Register

Hauptwerk 

1   Principal 16´

2   Octave 8´

3   Octav 4´

4   Quinte 3´

5   Octave 2´

6   Mixtur IV-VI

7   Hohlflöte 8´

8   Piffaro 8´

9   Waldflöte 4´

10 Cornett III

11 Fagott 16´

12 Trompete 8´ 

Brustwerk 

13  Rohrflöte 8´

14  Octave 4´

15  Nasard 3´

16  Octave 2´

17  Mixtur III

18  Viola 8´

19  Flöte 4´

20  Waldflöte 2´

21  Terz 1 3/5´

22  Dulcian 8´ 

Oberwerk 

23 Holzgedackt8´

24 Principal 2´

25 Quinte 1 1/3´

26 Sedecima 1´

27 Blockflöte 4´

28 Sesquialtera II

29 Regal 8´

Pedal

30  Principal 16´

31  Octavbaß 8´

32  Octave 4´

33  Mixtur IV

34  Trompete 8´

35  Posaune 16´

36  Subbaß 16´

 

37  Tremulant

      Koppeln

38  HW+OW   

39  OW+BW

40  PED+HW     

41  PED+OW     

42  PED+BW

 

Orgelkonzerte

  • 4.Mai 2013: (20:00 Uhr) Mag. Marko Durakic (Kroatien) spielt Werke von J.S.Bach und D.Buxtehude.
  • 9. Okt. 2010: Nun danket alle Gott, Th.Hirner (Sopran) J.Hofstätter (Tropete), Ch.Hornbachner, Orgel
  • 1. Okt. 2010: Dr. David Backus,spielt J.S.Bach
  • 30 Juli 2010: Dr.Klaus Schubert, Detmold, spielt J.S.Bach
  • 10.Juli 2009: Stefan Engels (*1967), Leipzig
  • 27.Sept.2008: Organ & Voices, F.Reithner (J.Pieringer und Chor Haag)
  • 3. Juni 2006: Mario Perestegi, *1971, Zegrab
  • 2. Okt. 2005: Prof. Peter Planyavsky, Wien
  • 26. Aug. 2005: Sietze de Vries, Konzert und Vorstellung der neuen CD 
  • 25. Sept. 2004: Michaela Deinhammer, *1972, Eferding
  • 8. Aug. 2004: Sietze de Vries *1973,  und Mädchenchor aus Holland
  • 28. Sept. 2002: Prof. Alfred Halbartschlager, Wien Augustinerkirche
  • 5. Juli 2002: Vortragabend Orgelklasse Brett Leighton. Linz
  • 26. Dez. 2001: Musik zur Weihnachtszeit: Haager Organisten und Musiker spielen auf
  • 28. Sept. 2001: Roger Sohler *1982, Salzburg; Jan Stephan Bechold, Horn
  • 22. Juli 2001: Stefan Daubner, Cham, und Marie-Therese Felischhauer, Violoncello
  • 17. Juni 2001: Orgelabend der Klasse Franz Reithner, St.Pölten, Konservatorium für Kirchenmusik
  • 24. Mai 2001: Matthias Giesen, Stiftsorganist in St.Florian und Chor Ad libitum, St.Valentin
  • 29. Jän 2001: Eröffnungskonzert: Danksagmüller, St.Pölten Domorganist