Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Veränderungen im Pfarrhof

  • 2007 Alle Fenster werden neu gestrichen und hergerichtet (Fa. Raffetseder)
  • 200 : Ein kleines Gästezimmer (Schlafbereich und Duschraum) wird im 2.Stock (südseitig Mitte) eingerichtet.
  • 200 : Ein neues Gästewohnung (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Dusche/Klo) wird eingerichtet (2.Stock ostseitig: oberhalb der Küche)
  • 1999: Neue Jugendräume werden eingweiht. (Nord West Trakt Erdgeschoß)
  • 1996: Frühjahr: Ein Computer wird für die Kanzlei angeschafft.
  • 1994: Ein Büro für die Jugendarbeit wird eingerichtet, (2.Stock, südostseitig, frühere Kaplanswohung)
  • 1994-2000: eine Flüchtlingswohnung wird eingerichtet (Nord Ost Trakt Obergeschoß)
  • 1994: Frühjahr: Der Raum (Nord Ost Trakt Erdggeschoß) wird erneuert und eine Tür nach norden in die sog. Bauernstube durchgebrochen. Dieser Raum dient der Kirchenbeitragsstelle einmal im Monat als Raum und Warteraum für die Besprechungen der Familienbratungsstelle
  • 1994: Frühjahr: Die beiden Räume beim Eingang werden als neue Kanzlei eingerichtet. Der frühere Kanzleiraum in 1. Stock (südseitig mitte) wird in die Pfarrerwohnung integriert und privat genützt.


  • 1978: Ein Kopiergerät mit zubehör wurde angeschafft, spezeill für den Pfarrbrief (135.000 Schilling)
  • 1976: die Pfarrkanzlei wird neu eingerichtet
  • 1975: Neue Räume im Ost-Trakt werden errichtet: Spielraum für die Jugend (Tischtennis) im Erdgeschoß, im ersten Stock ein Clubraum (für Sitzungen und Kirchenchor)
  • 1969: nach Ostern beginnt die Außenrenovierung des Pfarrhofes, neue Färbelung
  • 1967 bis 1968: Das Archiv wird von Diözesanarchivar Dr. Winner, St.Pölten, neu geordnet und im Nordwest Trakt samt der alten Bibliothek in zwei (seit 2001 drei) Räumen untergebracht.
  • 1967: Abriß des Häusels im Pfarrergarten und Abriß der Gartenmauer ("Busslgassl"). Neuerrichtung eines Zaunes und Wellenblechschuppens (bis 2002; dann Zubau für HBLA)
  • 1967: Adaptierung der alten Küche für neue Heimräume (Nordseitig, ebenerdig)
    1966 Neugestalung des Pfarrhofes durch Dechant Etlinger
  • 1966: Mai: Beginn der Adaptierungsarbeiten im Pfarrhof
  • 1966: Die Küche wurde von hinten (Nordseite, ebenerdig) nach vorne 1.Stock ostwärts verlegt. Im Vordertrakt wurde auch die Wohnung des Pfarrers neu adaptiert.

1994 - 1999 Pfarrhof Außenrenovierung

  • 1994: Mitte August wurde mit dem Abschlagen des Putzes bis zur 2.Fensterreihe im Innenhof begonnen. (3 Wochen lang): Bis Mitte Oktober wird von Fa.Weinberger ein Spezialputz aufgetragen
  • 1995: nach Ostern: Färbelung des Innenhofes und Pflasterung (Fa.Steindl)
  • 1995: Renovierung des Vordertraktes zum Haupplatz hin samt kurzer Ost- und Westseite
  • 1996:  Pfarrerwechsel
  • 1997: Nach Ostern beginnt die Renovierung der Ost- und Nordseite des Pfarrhofes (Fa.Weinberger, Fa.Tojner, Fa Gruber, Amstetten)
  • 16.6.1999 Die neue Stiege an der Westseite zum Pfarrsaal hinauf wurde betoniert
  • 1999 Ostseite und Fertigstellung
  • 2007 Pflasterung des Garagenplatzes

1825 Inventar

Im Pfarrarchiv liegt ein Inventar vom Pfarrhof auf und wurde 1997 von Pfr.Schlögelhofer umgeschrieben:

1825

(Stempel: 2 Gulden)    (Stempel: Control)

Inventarium

Über alle Realitäten und Einkünfte und

Gerechtsamkeiten der landesfürstlichen Patronats-Pfarre Haag im V.O.W.W. so auf hochlöbliche k.k. u.on.Landesregierung gnädige Verordung durch den k.k.u.on. Regierungs-Rath un dKreis-Hauptmann des V.O.W.W. von Hohenau als verordneten Kommissär den nun angehenden Pfarrer Gottfried v. Dreger bey seiner den 24ten April 1825 verrichteten Installation überantwortet worden, welches er bey künftiger Abtrettung oder erfolgenden Todesfalle vermög des von ihm ausgestellten Reverses wieder zu ersetzen und zu vermehren hat.

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An Gebäuden

Der Pfarrhof ist im Viereck gebaut, mit einem mittelmäßigen Hof, eine Seite macht den Getreidekasten mit seinen vier Abteilungen, wovon die untere gewölbt ist, aus. Am Vordertheile gegen den Marktplatz hat er zwey stockwerke, an anderen zwey Theilen nur eines, ist mit Schindeln in doppel gedeket, und mit vier Feuermäuern abgetheilt: Er enthält zu ebener Erde eine sehr geräumige Küche, und kleinen Backoffen, mit drey daraufstehenden Speise-Gewölben, und einen Krautkeller, eine Wasch-Küche in welcher zugleich der größere Backoffen, und ein Brandweinkessel angebracht ist, einen gewölbten und geheitzten Hühnerstall, zwey von einer entfernte Gesindzimmer, nebst einen kleinen Krankenzimmer für selbes, eine gewölbte Stallung für sieben Pferde und eine Wagenschupfe, auch sind besondere Keller, einer für den Wein, der andere für den Obstmost, und der dritte für die Milch, beinebens gehört ein großer Weinkeller in dem neuen Schulhause ganz allein zum Gebrauch des Pfarrers.

Im ersten Stock sind 13.Zimmer nebst einem geräumigen Saal, im zweiten Stock fünf Zimmer, welche theils mit weißen theils mit grünen Stucköffen versehen sind. Der Boden welcher wieder Feuersgefahr durchaus mit Ziegeln gepflastert ist, dient zugleich zu Behältnissen für Pferdegeschirr und andere Gerätschaften und zur Aufhängung der Wäsche. Das ganze Gebäud ist im guten Baustande, weil selbes erst seit Anno 1792 theilweise neu gebaut worden: Für alle Fenster sind Jalousien und Winterfenster, bbey 12 Fenstern auch Speletlagen vorhanden. Bey dem Pfarrhofe ist kein Brunn sondern das Wasser wird mit einen kostspieligen im Thale liegenden Brunne in bleyernen Röhren über den Berg in den Hof hinaufgetrieben, so, daß es beständig fließt, von diesem wird das Wasser in einen nahe angelgten Bassin für Feuersgafahr gesammelt, welches einen einen ordentlichen Zufluß, und davon zur Wässerung des anstossenden Baum- und Grasgarten wiederum den Abfluß hat; auch wird davon das Wasser in den Pferdestall und dem Mayerhof in hölzenen Röhren geleitet. An den Pfarrhof stoßet ein kleines Ziergärtl an 13½ Klafter Länge und 7 Klafter Breite ein. Welches theils von dem Pfarrhof-Gebäude theils mit einer besonderen Mauer umgeben und mit Zwergel und Trielage-Bäumen besetzt ist: an einer Seite dieses Gartels ist die Winter-Einsetze für die Garten-Küchel-Gewächse, und am ende desselben ein Saletel welches mit einem geräumigen Stuckoffen mit .eusten Jalousien und Balken versehen im sommer zum Speisezimmer im Winder zur Aufbewahrung des Blumwerkes gewiedmet ist; unter diesen Saletel ist ein Gewölb mit der Mostpreße.

Neben dem Pfarrhofe rechts befindet sich ein geräumiger Holzplatz mit einen Hof der durchaus gemauert ist, und zwey Einfahrtsthore hat: er ist mit Schindeln in doppel gedeckt; zu ebener Erde liegt der Brennholzvorrath und können auch Wirtschaftswägen eigestellt werden, unter dem Dach wird Bauholzvorrath und andere Gerätschaften aufbewahrt. An diesem Holzplatz stoßet ein abgesondertes Wohnstöckel welches einen besonderen Aufgang von seite des Ziergartel und zwey zimmer mit einem grünnen ordinären Kacheloffen, Fenstern Jalousien und Winterfenster hat: unter diesem Wohnstöckel ist der Durch und Eingang in die Kirche, es ist mit Schindeln in doppel gedeket in guten Staand neu hergestellet und wird zur Beherbergung fremder Handwerksleute, wenn sie im Pfarrhofe arbeiten, oder zur Absonderung kranker Dienstleute aus dem Pfarrhofe benutzet.

Links vom Pfarrhofe gerade gegenüber ist ein Anno 1799 neu erbauter Mayerhoft 19½ Klafter in der Länge und 12 Klafter in der Breite mit einem Hof und oberen Stockwerk mit Schindeln in doppel gedeket: zu ebener Erde ist er rund herum gewölbet, enthält einen Hühnerstall für den Sommer, Schweinställe für 16.Stücke, die Dunggrube, eine Kühestall auf 18 Stück Rinvieh, eine Graskammer einen Stall für 8 Stück Gastpferde, der obere Stock zu welchem zwey steinerne Stiegen hinaufführen ist ganz frei rundherum ohne aller Abtheilung, bloß zur Aufbewahrung des Heu, Stroh, Klee, und Kühefutters bestimmt: Die Stallungen sind mit Glaßfenstern und alle 45 Fenster zum Durchzug der Luft mit Jalousien versehen, übrigens ist in diesem Mayerhofe keine Wohnung für Menschen und kein Rauchfang.

Außer dem Markte selbst auf freien Felde der Getreidestadl 16 Klafter lang und 8 Klafter breit, welcher Anno 1798 neu gebaut, durchaus gemauert, und zum Durchzug der Luft mit 60 kleine Jalousiefenster versehen worden: er hat 4 große Thöre, zwischen welchen auf einer Seite, zwischen zwey die Dreschtenne zwischen den anderen eine besondere Durchfahrt ist, der ganze Stadl ist mit Schindl in doppel gedeket.

 

An Unterthanen

Zur Pfarre sind 82.Unterthanen gehörig, wovon 38 im Markte Haag die übrigen 44.aber in der Pfarre Haag zerstreuet sich befinden: die 33.alten Bürger im Markt Haag sind von aller Roboth und Robothgeld aus Gnade frey, die übrigen 5 neuen zugewachsenen Bürger aber und 44 zerstreute Unterthanen, bezahlen dem Pfarrer ein Robothgeld jährlich pr:348fl.22xr in Veränderungsfällen aber zahlen  ab.. die gewöhnlichen Abhandlungsgebühren. Vormals war ein Anno 1624 mit dem Vogtherrn errichteter Vertrag vorhanden, vermöge welchen der Pfarrer alle Martuar und Landemial Gefälle wie auch das Robothgeld von den unterthanen der Pfarre mit dem Vogtherrn theilen mußte, dieser Vertrag aber wurde Anno 1809 mit Einstimmung der hochlöblich. K.k. u.oe.Landesregierung aufgehoben und dafür ein anderer Vertrag durch einen Realitäten Tausch errichtet, durch welchen der Pfarrer 7 drittel Zehendholden dem Vogtherrn auf immer abgetretten, dieser aber allen seinen Anspruch auf die Martuar und Landemial Gefälle wie auch auf die Roboth der Pfarrunterthanen gänzlich entsaget hat.

Auch waren vormals 7 Unterthanen Urlamt in einer Entfernung von 7 Stunden im Gebürge zur Pfarrherrschaft Haag gehörig, diese aber sind Anno 1808 mit Bewilligung an die löbliche Herrschaft Rohrbach um allen Beschwerden der Verwaltung auszuweichen verkaufet worden, und der Pfarrer genießt dafür die Interehsen einer von dem Kaufschilling eingekauften Banco Obligation pr 300 f  wofür er aber eine Stiftung erfüllen muß.

 

An Grundholden

Laut Pfarr Dienstbuch de Anno 1630 bis Anno 1810 sind hieher gehörig 10. Wovon der jährliche Dienst 8 f.52x.2pf beträgt: Bey Veränderungsfällen werden von diesern keine Taxen entrichtet; auch dienet der Markt Haag in den Pfarrhof 4f.

 

An eigenen Gründen

34¼ Joch Dominikal Äcker welche gleich ausser dem Markt und Pfarrgarten in ziemlicher Verbindung nebeneinander liegen.

 

An Wiesen

Die Prömairwiese 2 1/8 Joch, die Amtmannwiese beym Haagerbach ¾ Joch, die Poschen oder Fädlmairwieser 1 ¼  Joch, die Steinbruch-Leitenwiese 3/8 Joch. Alle dieser 4 ½ Joch sind Dominical Gründe.

 

An Gärten

Am Berge um eine Seite des Pfarrhofes und der Kirche herum befindet sich ein Baum und Grasgarten von ¾ Joch von 3 Seiten nur mit einem Zaun von der vierten Seite mit Mauer umgeben: in diesem stehen mehrere hundert Obstbäume.

Am Ende des Marktes liegt der große Pfarrgarten 1 ½ Joch; der vierte Theil beyläufig ist Kuchelgarten, der übrige Gras und Baumgarten, er ist ringsherum mit einer Mauer von 250 Klaftern umgeben, mit allen Gattungen Obstbäumen bepflanzt, hat einen Pumpenbrunn nebst einem Wasser Bassin.

 

An Waldungen

Das zur Pfarr gehörige sogenannte Windholz enthält 39 ¾  Joch ist durchaus mit weichen Stämmen besetzet in den letzteren Jahren wegen ganz neu aufgeführten Pfarrhof- und Wirtschafts Gebäuden sehr hergenommen worden, aber doch noch so bestellet, daß hievon jährlich über 50 Klafter Scheider zum Bedarf des Pfarrhofes geschlagen werden können.

 

An Körner - Wein - und kleinen Zehend

Wein und kleiner Zehen ist nicht vorhanden;  aber ein Körner-Zehend von 113 in der Pfarre zerstreuten großen und kleinen Zehendholden; bey den meisten hat die Pfarre den ganzen Zehend zu beziehen, nur bei einigen wird er von deinem bestimmten dritten Theile derselben genommen.

 

An jährlichen Beyträgen

Der Pfarrer hat von der Gemeinde eine jährliche Getreidsammlung von 70 Metzen Korn und 70 Metzen Haber in großer Maaß welches nach der Stockerauer Maaß 84 Metzen von jeder Gattung beträgt, zu beziehen, diese ist auf jedes Haus schon ordentlich repartirt.

 

An Pfarr Kapitalien

Eine 5 procentige Banco Obligation sub No 88.212 ddo. 25ten Oktob. 800 auf die Pfarre Haag in Unterösterreich für verkaufte Baugründe lautend pr.300f.

 

An Pfarrlichen Documenten und Urkunden

Der Anno 1624 mit dem Vogtherrn zu Salaberg errichtete Vertrag welcher aber Anno 1809 in vielen Stücken mit Regierungsbewilligung ist abgeändert worden.

Drey Pfarr Urbarien von Anno 1601. 1603 und 1661.

Ein Pfarr Grundbuch von Anno 1756.

Pfarrzehendbücher von Anno 1631. Angefangen bis auf gegenwärtiges Jahr.

Pfarrdienstbücher von Anno 1630 bis 1810.

Ein Pfarr Contributions Gabenbuch von Anno 1804 bis 1810.

Abhandlungsprotokolle von Anno 1620 bis 1810.

Drey Passiv oder Waisenbücher von Anno 1744 bis Anno 1810.

Ein Aktiv Buch von Anno 1805 bis Anno 1810, nebst noch anderen zur Pfarre gehörigen Schriften.

Ein Satz und Vormerkbuch ist noch nicht vorhanden.

 

Lasten

a.   Zwene Kapläne müßen erhalten und besoldet werden.

b.   Der Pfarre muß die Schullehrer, das ist, der Schulmeister, mit einem präcepten, und den Organisten, der zugleich Lehrer ist mit einem Discantisten aus dem Pfarrvermögen erhalten, wofür der Unterricht der Kinder in 3 Lehrzimmern die oben angeführte Getreidesammlung von dern Pfarrkindern pr 84 Metzten Korn und 84 Metzen Haber, ohne allen Abzug zu ihrn Unterhalt, und giebt noch jährlich hundert Gulden im Baren Gelde dazu.

c.   Vermög einem alten vertrag Anno 1624, muß der Pfarrer jährlich der Kirche einen Beytrag von 25 f in baarem Gelde geben, und das ganze Jahr hindurch den Opfer Wein unentgeltlich herschaffen.

d.   Nebst der landesfürstl. Steuer, ist auch noch Fortifications und Aluminats Steuer zu berüchtigen.

e.   Die Verwaltung der Pfarrherrschaft Haag, und der Unterthanen Sachen fordert einen eigenen Verwalter in Haag, und einen Agenten in Wien, welche der  Pfarrer beselden muß.

f.     Die Haus Reparationen muß der Pfarrer selbst bestreiten, weil die Pfarr- und Wirtschafts- Gebäude viele  und groß sind, die Wasserleitung sehr kostspielig ist, öftere Reparationen vonnöthen hat, und im Winter bey Tag und Nacht muß geheitzet werde, darf man bey dem  immer steigenden Holz- und Baumaterialien- Preis, und des Arbeits Lohnes die jährlichen Reparations Ausgaben auf 500 f  annehmen.

 

Zur Urkunde dessen sind zwey gleichlautende Inventarien errichtet, von Eingangs ermeldten Herrn Kommissär, wie auch dem nun angehenden Pfarrer mit Handschrift zu Petlschaften bekräftiget, dann eines zur geistlichen Registratur gelegt, das andere aber immer gedacht an Pfarrer in Händen gelassen worden.

 

So geschen St.Pölten den 24ten April 1825.

 

@ (Siegel) Unterschrift                                 @ (Siegel)  Unterschrift

            Hohen?                                              Gottfried von Dreger, Konsistorialrath,

            lf Commissär                                     und nun angehender landesfürstl.

                                                                       Pfarrer von Haag