Familiennamen aus anderen Sprachräumen
Familiennamen aus anderen Sprachräumen sind auf dieselbe Weise entstanden wie die oben genannten Namen aus dem deutschen Sprachraum, das heißt als Berufsnamen, Patronyme usw.
Slawische Herkunft
Zahlreiche deutsche Familiennamen slawischen Ursprungs finden sich vor allem im Meißnerisch-obersächsischen, brandenburgischen und schlesischen Familiennamenbestand, vor allem solche sorbischer Herkunft. Beispiele: Hannak, Hanika, Horak, Nowak, Noack, Krahl und Kroll, Kralik usw.
Slawische Familiennamen sind auch Zeugnisse für Zuwanderer aus Polen, die in Deutschland von Ende des 19. Jahrhunderts an bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Ruhrgebiet Arbeit fanden. Beispiele sind Juskowiak, Szepan, Kuzorra oder Sobotka, bekannte Fußballspieler des FC Schalke 04 in den Jahren um 1930. Heutzutage werden diese meist „falsch“ ausgesprochen und geschrieben, vor allem da auf Sonderzeichen verzichtet wird.
Französische Herkunft
Um das Jahr 1680 flüchteten 44.000 bis 50.000 französische Protestanten, die Hugenotten, vor politischer und religiöser Verfolgung in andere Länder. Sie erhielten von protestantischen Fürsten Asyl und wurden in verschiedenen Gegenden angesiedelt, wo sie sich in der Folge immer stärker assimilierten. Die Familiennamen der Hugenotten konnten sich zum Teil erhalten. Ähnlich wie die slawischen Namen haben sie sich zum Teil stark verändert, sodass der französische Ursprung nicht immer nachvollziehbar ist. Beispiele: Maizière, Wibeau, Dumont, Mangin/Mengin, Chabrié, Gorenflo oder Sarrazin. Französische Familiennamen finden sich infolge von Zuwanderung aus Lothringen und der Wallonie daneben häufiger im Saarland und im Raum Trier, Beispiele: Lafontaine, Villeroy, Boch.
Baltische Herkunft
Familiennamen auf -eit gehen meist auf litauische Namen zurück. Vorfahren von Trägern dieses Namens stammen häufig aus dem Grenzgebiet von Ostpreußen und Litauen (z. B. aus dem Memelland). Beispiele: Wowereit, Karusseit, Willumeit, Bertuleit usw.
Durch die Einwanderung von Gastarbeitern seit den 50er Jahren sind auch italienische, spanische, jugoslawische, griechische, portugiesische und insbesondere türkische und kurdische Familiennamen in Mitteleuropa verbreitet.
Durch Gastarbeiter in der DDR und Flüchtlinge während des Vietnamkriegs sind auch vietnamesische Namen, speziell Nguyen, in Europa vertreten.