Zur Entstehung des Adelsprädikats „von“
Zu den Frühformen der Herkunfts- und Wohnstättennamen gehören Bildungen wie Walther von der Vogelweide (nach einem Flurnamen) und Dietrich von Bern („aus Verona“, dessen alter deutscher Name Bern lautet). Das entspricht etwa einem holländischen Anthonis van Dyck („am Deich lebend“), einem englischen Anselm of Canterbury oder einem Jörg uff der Flüe in der Schweiz. Die Herkunftsangaben entstehen in der ausgehenden Zeit der Einnamigkeit, fixieren sich zu Familiennamen und verlieren später oft das von.
Vor dem 16. Jahrhundert war die Präposition selten ein Namenszusatz des Adels, sondern wurde als Angabe der Herkunft zum Bestandteil vieler Familiennamen, wie etwa von Flüe. Auch grundbesitzende Familien gaben diesen über das Wörtchen von an, z. B. „von Habsburg“ für die Hausherren ihrer Burg, der Habsburg.
Erst mit dem allmählichen Verschwinden der Präposition von in den Namen des Bürgertums im 17. Jh. konnte sich die Funktion des Wörtchens von als Adelsprädikat entwickeln. Allerdings existieren bis heute Herkunftsnamen mit der Präposition von, ohne dass diese auf eine frühere Zugehörigkeit zur Adelsschicht hinweisen.