Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Rotes Kreuz - Bezirksstelle Haag

Im Jahre 1982 kann das Haager Rettungswesen auf eine 75jährige Tätigkeit zurückblicken, denn am 21. März 1907 wurde über Antrag von Karl Bilek beschlossen, in­nerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Haag eine Sanitäts­abteilung zu gründen. In derselben Sitzung meldeten sich folgende Herren freiwillig zum Unterricht im Sani­tätsdienst: Karl Bilek, Karl Höfler, Georg Lintl, Mi­chael Riegler, Josef Rußkäfer und Karl Staindl. Die Ge­neralversammlung der FF Haag wählte am 6. Jänner 1908 Karl Bilek zum Leiter der Sanitätsabteilung und Gemeindearzt Dr. Karl Schwaiger wurde mit der Abhal­tung von Sanitätskursen betraut.

Trotz Beitritt zum Landesverband des Roten Kreuzes blieb der Name „Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Haag, NÖ" bis zur gänzlichen Loslösung im Jahre 1951 aufrecht, denn das notwendige Sanitätsmate­rial, auch die Fahrzeuge, wurden durchwegs aus den Mitteln der Feuerwehr-Hauptkasse angeschafft und er­gänzt.

Für die Krankentransporte gab es seit 1910 pferdebe­spannte Rettungswagen. Mit Hilfe der Markt- und der Landgemeinde sowie durch eine Spende der Sparkasse Haag und eine Vorfinanzierung durch den Landesver­band vom Roten Kreuz konnte das erste Rettungsauto im Jahre 1928 um S 18.000,— gekauft werden. Die für den 15. August 1928 bestimmte Kraftwagenweihe ge­staltete sich zu einem echten, freudvollen Fest, an das sich die Haager noch jahrelang mit Stolz erinnerten. Mit ähnlicher Begeisterung verliefen die Festlichkeiten bei der zweiten Autoweihe nach genau acht Jahren.

Aus dem Tätigkeitsbericht des Jahres 1930 ist zu entneh­men, dass die Rettungsabteilung neben 12 ausübenden 838 unterstützende Mitglieder zählte. In den dreißiger Jahren legten die Einsatzfahrzeuge des Rettungswesens jährlich zwischen 4000 und 6000 km zurück. Kommer­zialrat Karl Bilek leitete die Sanitätsabteilung seit der Gründung bis zu seinem Tod im Jahre 1943 mit großer Umsicht. Karl Zdenek, Tischlermeister, übernahm Bileks Erbe; er übte diese Funktion mit steter Einsatz­freude bis 1951 aus.

Seit der Trennung des Roten Kreuzes aus der Feuer­wehrgemeinschaft im Jahre 1951 war Rudolf Prinz, Cafetierpächter, bis 1962 Obmann der Bezirksstelle vom Roten Kreuz. In diese Zeit des Neuaufbaues fällt der Hauskauf und Garagenneubau in der Hollengruber Straße 1, als auch der Kauf des ersten VW-Busses im Jahre 1956. Von 1962 bis 1972 wurde die Bezirksstelle Haag interimistisch von Josef Jochinger und Karl Zdenek geführt. Anschließend bestellte der Landesverband Kommerzialrat Karl Gruber zum Bezirksstellenleiter. Seine Amtszeit bis 31. Dezember 1978 war sehr erfolg­reich; er gründete eine Ortsstelle in Strengberg, vergrö­ßerte den Wagenpark (1981 fünf Fahrzeuge), die aktiven Mitglieder stiegen von acht auf 75 (!) an. Ab 1973 wur­den für die Bezirksstelle neue Einnahmsquellen wie zum Beispiel aus Ballveranstaltungen, Sammlung von Altpa­pier, Altglas und Alttextilien erschlossen und seit 1975 wird bei den Volksfesten eine Rotkreuz-Tombola durch­geführt.

In der Generalversammlung am 2. Februar 1979 wurde Rupert Peuerbek zum neuen Bezirksstellenleiter ge­wählt. Ihm und seinen eifrigen Mitarbeitern obliegt es nun, dass die rührige und opferfreudige Tätigkeit nicht erlahme und das neu errichtete Bezirksstellengebäude in der Weistracher Straße 11 zum Wohl der ganzen Ge­meinde erhalten bleibe.

Im Jahre 1981 konnte unsere Bezirksstelle 2131 Trans­porte verzeichnen, die insgesamt 97.221 Fahrkilometer ergaben.