Der Gauhandelsverband
Von wirtschaftlicher Regsamkeit kündet bereits im 15. Jahrhundert die Mitgliedschaft Haags im Gauhandelsverband. Die Menschen von damals bewiesen, dass durch die Zusammenfassung aller Stände in allen Gauen, dem einzelnen und den größeren Gemeinschaften am besten gedient werden kann. Zu diesem Zwecke wurden Gauverbände für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft gegründet, die sich sogar bis über die steirischen Eisenwerke erstreckten und durch gegenseitigen Austausch ihrer Erzeugnisse eine allmähliche Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Gefolge hatten. Nur die Bürger des Gaues waren berechtigt, innerhalb der Grenzen des Verbandes Handel und Gewerbe zu treiben. Wagte es ein Fremder, so lief er Gefahr, dass ihm seine Waren weggenommen und er selbst aus dem Gau gewaltsam entfernt wurde.
In der Regel lieferten die Haager Bürger das Getreide zum Wochenmarkt nach Waidhofen an der Ybbs, wo sich auch der Sitz des Gauhandels befand. Die dort als Gegenwert erhaltenen Eisenprodukte, worunter sich Sensen, Sicheln, Strohmesser und andere Werkzeuge befanden, wurden dann von den Bürgern an die Haager Bauern weiterverkauft. Dadurch finden sich innerhalb des Marktes schon sehr früh einige Händler.