Berufe um die Mitte des 17. Jahrhunderts
Die Matrikenbücher der Pfarre Haag, die ab 1632 auch über die berufliche Struktur auszusagen vermögen, geben Zeugnis von der Vielfalt der beruflichen Tätigkeiten der Haager. Demnach beherbergte Haag um 1640 innerhalb seiner Marktgrenzen folgende Berufe: einen pfarrlichen Amtmann, einen Förster, einen Gärtner, einen Mesner, einen Schulmeister und Organisten, Kantoren, einen Kirchendiener, einen Marktrichter, einen Richter, einen Landesgerichtsdiener, einen Marktdiener, einen Wächter, einen Nachtwächter, einen Totengräber und einen Bader. Außerdem zählte Haag damals vier Gastwirte, elf Bäcker, einen Zuckerbäcker, fünf Fleischhauer, fünf Bierbrauer, vier Schuhmacher, sechs Schneider, einen Kürschner,* zwei Huterer, fünf Weber, vier Leinweber, einen Stricker, zwei Schwarzfärber, zwei Lederer, zwei Binder, einen Wagner, einen Tischler, einen Sattler, sieben Hafner, einen Schlosser, zwei Hufschmiede, zwei Glaser, einen Handelsmann und einen Brunnengraber.
Gewisse Handwerksberufe wie Weber, Schneider, Schuster und Schmiede sowie die klappernden Mühlen waren außerhalb der bürgerlichen Gemarkung zahlreicher als im Ort vertreten.
Zu dieser Zeit (1641) wurde der Georgimarkt von Klingenbrunn nach Haag verlegt, ein Zeichen, dass der Markt an Bedeutung zunahm. Leider wurde der Markt im Jahre 1645 von einem großen Brandunglück heimgesucht. Sieben Häuser wurden ein Raub der Flammen. Aber nichtsdestoweniger ließen sich die begüterten Haager Bürger beim Neuaufbau ihrer Häuser nicht spotten. Sie trugen hierdurch wesentlich zur Verschönerung des Marktplatzes bei.
Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), der vielerorts einen anhaltenden wirtschaftlichen Niedergang bewirkte, brachte für Haag kaum spürbare Folgen.
Im großen Pestjahr 1679 blieb Haag dank geeigneter Vorsichtsmaßnahmen von der Seuche verschont, hingegen brachte das Pestjahr 1713 für achtzehn Personen den Tod.