Trocknungsformen für Klee und Heu
Weit verbreitet waren die Heinzen („Kleehülfer") und die Vierböcke („Heukrax'n"). Die in anderen Gebieten stark vertretenen Schwedenreuter waren hierzulande nicht üblich. Die Heinzen und Vierböcke gehörten im Sommer bzw. im Spätsommer zum vertrauten Anblick unseres Grünlandgebietes.
Die Hülfer wurden hauptsächlich zum Trocknen von Klee und Heu auf dem Felde oder auf der Wiese aufgestellt. Früher verwendete man kleine Stämme von Fichtenbäumchen mit belassenen Aststumpen, heute nimmt man ca. 2,5 Meter lange Fichtenstangen mit einem mittleren Umfang von 20 bis 35 cm und vier bis sechs durchgesteckten Sprießeln. Klee und Heu werden auf den Hülfssprüsseln aufgeschichtet und so von Bodennähe und Feuchtigkeit bewahrt und durchlüftet.
Der Niederschlagsreichtum von 800 bis 1000 mm pro Jahr bringt für mehrtägige Bodentrocknung manches Risiko.' Deshalb wurde auch das bereits durch einen Tag abgetrocknete Heu unmittelbar vor einem Schlechtwettereinbruch schnell von den Schöbern auf die Heukraxn gehängt. Im Spätherbst, wenn die Sonnenbestrahlung täglich schwächer wurde, machte man von dieser Lufttrocknung öfters Gebrauch und man konnte einer schlechten Witterung getrost entgegensehen. Das Heu verschlechterte sich dabei keineswegs.
Weil diese Trocknungsart ziemlich zeitaufwendig ist, wird davon immer weniger Gebrauch gemacht. Nun wird die Konservierung des Grünfutters durch die Silos bevorzugt, wobei die Arbeitsvorgänge mechanisiert abrollen. Zum Trocknen feuchter Futtergräser am Heuboden dienen Warmluftgeräte.