Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Raiffeisen-Lagerhaus Aschbach, Filiale Haag

Trotz der Bauernbefreiung in der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde der ohnehin auf schwachen Füßen stehende wirtschaftliche Schutz der Bauern im deutsch­sprachigen Raum immer mehr gefährdet. Die Idee Raiffeisens, Selbsthilfegenossenschaften zu gründen, breitete sich weit aus. Heute gibt es angeblich über 500.000 in aller Welt.

Unsere Lagerhausfiliale in Haag, Bahnhofstraße 72 (Hochwall), besteht seit 1923 und wurde durch die Landwirtschaftliche Genossenschaft Amstetten gegrün­det.

Dem Grundsatz eines überschaubaren Wirtschaftsun­ternehmens folgend, wurde die Haager Filiale 1936 aus der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Amstetten herausgenommen und der Aschbacher Molkerei- und Lagerhausgenossenschaft zugeordnet, die bereits seit 9. April 1919 bestand.

Die strengeren Maßnahmen bei der Rationierung von Molkereiprodukten während der Kriegszeit waren für die Trennung des Lagerhauses vom Molkereibetrieb im Jahre 1943 mitentscheidend. Nach dem Krieg bis 1977 wurden beide Betriebe unter einem Vorstand geführt. Seither gibt es wieder für das Lagerhaus und für die Molkerei je einen eigenen Obmann, jedoch die Filiallei­tungen blieben, wie seit eh und je, weiterhin für sich be­stehen.

Die Vermarkterrolle der Lagerhausgenossenschaften er­langte in den vergangenen Jahrzehnten bei der anstei­genden Erzeugung bäuerlicher Produkte eine besondere Bedeutung, denn es ist wichtig, dass die erzeugten Pro­dukte nicht nur abgenommen und gelagert werden kön­nen, sondern auch den direkten Weg zum Konsumenten gehen. Getreideübernahme des Lagerhauses Haag in den siebziger Jahren:

1972

1978

(Zahlen in Waggons)

Roggen

2,70

-

Weizen

58,43

74,21

Gerste

4,40

10,96

Hafer

2,30

14,63

Mais

3,64

16,39

Saatgerste

-

9,70

Saatweizen

5,21

19,46

Ankauf von Haager Landwirten

76,68

  145,35

Getreideankauf von Landwirten

außerhalb Haags

61,87

65, —

Gesamt

138, —

210, —

Wgg.

Wgg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mengenumsätze (Futtermittel, Dünger und Getrei­de) ergaben 1948 102 Waggons, 1958 rund 500 Waggons und wieder um zehn Jahre später (1968) den doppelten Umsatz mit 1000 Waggons. All diese Arbeit wurde zum Beispiel 1980 von zwei Angestellten und vier Arbeitern bewältigt.

Die Lagerhausfiliale Haag wurde wegen ihrer Größe und des vielfältigen Tätigkeitsbereiches ihres Filialleiters zur Ausbildungsstätte für Geschäftsführer.

Durch den im Jahre 1971 errichteten Kfz-Werkstätten-betrieb erfuhr die Genossenschaft eine beachtliche Aus­weitung und beschäftigt für diesen neuen Zweig (Stand per Sept. 1980) etwas über 20 Personen (4 Angestellte, 1 Magazineur, 8 Mechaniker und 9 Lehrlinge). Die bis­herigen Filialleiter und die Genossenschaftsobmänner sollen nun namentlich genannt werden.

Filialleiter: Michael Gruber (1923), Josef Huber (1923-1950), Engelbert Schrammel (1950-1968), Engelbert Auer (1968-1970), Ing. Alois Pölzl (1970-1974), Dipl.-Ing. Dr. Johann Mayer (1975-1980), seit 1981 Franz Binder.

Obmänner: Johann Fehringer (seit der Gründung bis 1938), Ing. Wilhelm Kissely (1938-1945), Ökonomierat Franz Mayrhofer (1945-1961), Johann Fehringer jun. (1961-1977), alle aus Aschbach, Franz Sturm aus Haag seit 1977.