Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Krankenversicherung und Altersversorgung

Bedingt durch die seit Jahrhunderten praktizierte Ausgedingesicherung, wonach der alte Bauer mit seiner Frau auf Grund notarieller Abmachung lebenslänglich vom Erben des Hofes — in der Regel der jüngste Sohn —erhalten werden musste, wurden im Vergleich zu den an­deren Berufsgruppen relativ spät die gesetzliche Alters­versorgung und die Krankenversicherung geregelt. Der erstmalige Anspruch auf eine Altersrente — einen Zuschuss zum Ausgedinge — erfolgte mit Wirkung vom 1. Jänner 1958 (Landwirtschaftliches Zuschußrentenversicherungsgesetz — LZVG BGBl. Nr. 293 vom 18. De­zember 1957).

Der Anspruch auf Leistungen aus der Krankenkasse wurde mit Wirkung vom 1. April 1966 durch das Bau­ern-Krankenversicherungsgesetz BGBl. Nr. 219 vom 7. Juli 1965 geregelt. Demnach haben die Versicherten An­spruch im Krankheitsfalle; bei Spitalsaufenthalt für die ersten vier Wochen auf 80 Prozent der Kosten, bei län­gerem Krankenhausaufenthalt zahlt die Krankenkasse alles.

Die Bauernpension wurde vom Parlament im Jahre 1969 beschlossen (BGBl. Nr. 28 vom 12. Dezember 1969). So notwendig diese sozialversicherungsrechtlichen Maß­nahmen auch waren, so spürbar wirken sich auch die vom Besitzer zu leistenden Versicherungsbeiträge aus. Dadurch trachtet jeder Bauer möglichst wenig eigene Kinder im Arbeitsverhältnis zu führen.