Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Die liturgischen Orte im einzelnen

Der Vorsitz — Session

Der Priester ist ein Glied der feiernden Gemeinde, ande­rerseits vertritt er zugleich Christus". Er richtet an der Spitze der Gemeinde im Namen des ganzen Volkes die Gebete an Gott. So drückt sich im Vorsitz, der eine ge­wisse Gegenüberstellung bedingt, das dienende Priester­tum aus.

Der Bereich des Wortgottesdienstes (s. Skizze, Nr. 2) Liturgie ist vor allem Anbetung. In ihr spricht jedoch auch Gott zu seinem Volk, belehrt, rät, mahnt, lässt die Frohe Botschaft von Christus verkünden. Das Volk hört und antwortet mit Gebet und Gesang.

Der Platz hierfür — der Ambo, drückt die Dienstfunktion des Wortes aus, das zum Opfer Christi am Kreuz und zum Tisch des Herrn hinführen soll. Diese Bindung an den Altar wird durch den gleichen Stein, Salzburger Marmor, ausgedrückt und dargestellt.

Die Mensa — der Altar

Hier ist das Zentrum der ganzen Kirche". Wie ein Tisch steht er in der Mitte, dem aber durch die Wucht und Schwere des Steines der Opfercharakter mitgegeben ist. In ihm vereinigen sich die beiden Gedanken vom Mahl des Bundesschlusses, das seiner Natur nach Opfer des Leibes Christi ist, der für uns dahingegeben wurde, und seines Blutes, das für uns vergossen wurde. Es gibt nicht den sogenannten „Volksaltar", weil der Altar als dau­ernd gesetzte Gedächtnisstätte Opfer und Mahl gleich auszudrücken hat.

Der Altar zeigt uns, dass der Immanuel (= Gott mit uns) unter uns gewohnt hat und aufs neue gegenwärtig wird. Der beständige und noch andauernde Bundesschluss Gottes ist unter uns zeichenhaft und wirklich.

Der Altar ist für uns der Ort der deutlichsten Nähe und Selbstmitteilung Gottes in Christus. Darum ist er auch das Beherrschende. Bei der Altarweihe am 20. Juni 1971 wurde er von Weihbischof Dr. Alois Stöger mit Chrisam gesalbt und findet seine Verehrung bei jeder hl. Messe im Altarkuss des Priesters.

Der Tabernakel

Das Mysterium des eucharistischen Opfers am Altar und das Mysterium des aufbewahrten Allerheiligsten Sakramentes im Tabernakel gehören zusammen. Wenn das eucharistische Opfer einen Vorrang vor dem Kult der eucharistischen Gegenwart genießt, so ist damit nur ausgedrückt, dass es ohne Altar keinen Tabernakel gäbe — ohne hl. Messe keine Eucharistie. Der Tabernakel wird aber immer auch ein bergendes Zentrum sein, ein Ort der Sammlung und der stillen Andacht'''. Dieser Ort sollte für jeden Gläubigen die Bedeutung einer Herz­stelle haben, wie es in der Ansprache Pius XII. an den

Eucharistischen Kongress in Assisi zum Ausdruck kam. Altar und Tabernakel sind Haupt- und Herzstelle der lebendigen Gemeinde.

Taufbrunnen

Die Bedeutung der Taufe (Kind Gottes, Anfang des Heils, Glied der Kirche) hat auch dem Taufbrunnen ei­nen besonderen Platz in der Kirche gegeben". Nicht in irgendeinem Winkel der Kirche, sondern dort, wo ein gemeinsames Feiern möglich ist — eigenständig und doch dem Hauptraum zu offen, beginnt für jeden die Quelle des Heiles zu fließen.

Allerdings muss jeder Mensch äußerlich eine Stufe hin­absteigen (wie in den alten Taufkirchen), innerlich vom „hohen Roß" herunter, um von Gott das Geschenk der Gotteskundschaft zu empfangen.

Buße

Dieser Ort ist etwas abgelegen, man kann dort nach­denklich werden, sich selber und sein Tun zu Gott und zum Mitmenschen hin überdenken. Ein Ort, wo man spürt, als Sünder hat man sich getrennt und bleibt doch drinnen.