Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Straßenwesen und Abwasserbeseitigung

Parallel mit dem Wohnbau gehen Straßen-, Wasserleitungs- und Kanalbauten. Den Kommunalpolitikern bereiten derartige Investitionen immer Kopfzerbrechen, da sie große finanzielle Mittel beanspruchen. Nach ihrer Durchführung sind jedoch nur mehr die Straßenbauten in vollem Umfang sichtbar. Die „unterirdischen Investitionen" werden vergessen, obwohl die Tilgung der aufgenommenen Darlehen auf Jahrzehnte hinaus das Budget der Gemeinde belasten.

Seit dem Jahre 1932 sind in der Stadt Haag folgende Straßen neu entstanden: Josef-Aigner-Straße, Ferdinand-Bachmayr-Straße, Bahnhofweg, Brevenhubergasse, Anton-Bruckner-Straße, Buchengasse, Ederhöhe, Lerchenfeld, Lederergasse, Johann-Pragerstorfer-Straße, Roseggerstraße, Schulgasse, Siedlerweg, Siedlungsring, Siedlungsstraße, Sonnenweg, Sportplatzstraße, Straße zur Autobahn, Johann-Strauß-Gasse, Südtiroler Straße, Volksfestplatz, Voralpensiedlung, Josef-Wagner-Straße, Weistracher Straße.

In diesem Zeitraum wurden aber auch bestehende Straßen ausgebaut oder staubfrei gemacht. Es sind dies: Bahnhof, Bahnhofstraße, Erholungsheimstraße, Feldstraße, Haltestellestraße, Haydnstraße, Himsental, Hollengruber Straße (Teilstück), Höllriglstraße, Jahnstraße, Johannesgasse, Jubiläumstraße, Linzer Straße, Neustraße, Pfarrhofberg, Schubertstraße, Sparkassestraße, Steyrstraße, Stiegengasse, St. Valentiner Straße, Wiener Straße, Ziegelgasse.

Für eine Stadt sind aber auch die Verbindungen mit den Landgebieten und den Nachbarorten von großer Bedeutung. Auch hier hat sich in den letzten zwanzig Jahren vieles positiv entwickelt. Landes- und Bundesstraßen wurden großzügig ausgebaut. Mit der Eröffnung der Westautobahn (A 1, E 5) im Dezember 1965 hat die Stadt nun neben der Westbahn auch Anschluß an das Europäische Fernverkehrsstraßennetz gefunden. Folgende wichtige Überlandstraßen wurden bereits ausgebaut und asphaltiert: 1965 die L/6283 nach Hadersbach, 1967 die LH/85 nach Weistrach, 1969 die L/6310 nach Richersdorf und die L/6267 nach Wolfsbach, 1970 die L/6302 und 6303 nach Klaubling, 1972 die L/6280 nach Hochwall, 1974 die L/6255 nach Stampfhof, 1976 die B/42 von der Autobahn nach Steyr und die L/311 nach Himsental, 1979 die L/6280 nach Wienersdorf bis zur Wühr und die L/6303 nach Radhof und 1981 die L/6100 nach Polling.

Die Wasserversorgung einer Stadt gehört wohl zu den verantwortungsvollsten Aufgaben der Kommunalverwaltung, hängt doch damit sehr eng die Gesundheit der Bevölkerung zusammen. 1934 wurde das bestehende Wasserleitungsnetz wesentlich erweitert und die Wassergenossenschaft Stadt Haag gegründet. Ab 1957 bezieht die Stadtgemeinde über einen Hauptwasserzähler aus der Wasserversorgungsanlage Weinberger das Wasser für die Stadt. Am 26. März 1959 erhielt die Firma Weinberger für ihr Wasserwerk die wasserrechtliche Bewilligung, da geeignete Brunnen im Besitz der Stadtgemeinde fehlen. In den letzten Jahren kam als neuer Hauptstrang die Leitung entlang des Autobahnzubringers hinzu, der die Autobahnmeisterei und das Rasthaus mit einwandfreiem Wasser versorgt.

Haag gehörte seit der Jahrhundertwende zu jenen fortschrittlichen Orten, die stets um eine geordnete Abwasserbeseitigung bemüht waren. Das birgt sicherlich das Problem einer Überalterung von Hauptsträngen in sich. Andererseits hatte man bei Erschliessungen immer die Anschlußmöglichkeiten an das bestehende Kanalnetz im Auge, was die natürliche Entwicklung der Stadt von innen nach aussen förderte. Waren es lange Zeit hauptsächlich Fäkalienabwässer, die in die natürlichen Gerinne gelangten, so bedrohten in den letzten Jahrzehnten chemisch verunreinigte Hausabwässer das biologische Gleichgewicht unserer Bäche. Waschmittel, Badezusätze, Ölfilme von Strassen und die Abwässer der Gewerbebetriebe nagten an der Ökologie des Wassers. Bürgermeister Kommerzialrat Ernst Huber war ein ständiger Warner vor diesen Gefahren für unsere Umwelt. Des halb fasste der Gemeinderat am 2. September 1961 den Grundsatzbeschluss über die Erstellung eines gesamten Kanalprojektes. In den folgenden Jahren waren daher Umplanungen notwendig.
Am 26. Jänner 1979 konnte die Beschlussfassung über den Bau einer zentralen biologischen Kläranlage gefasst werden. Seit Dezember 1979 schreiten auch die Arbeiten an der Weiterführung und Einleitung der bestehenden Kanalstränge zügig voran.

All diese Einrichtungen zeichnen die Kleinstadt Haag als Siedlungsgebiet aus. Hemmschuh für eine weitere Ausdehnung sind nicht die fehlenden Arbeitsplätze, sondern das Fehlen weiterer Baugründe. Es hat seine Ursache in einem wirtschaftlich gesunden Bauernstand, der zu Grundveräusserungen nicht gezwungen ist. Die Kommunalverwaltung ist dennoch immer wieder bestrebt, weitere Aufschliessungen im Rahmen des Flächenwidmungsplanes zu fördern.