Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Der Bürger und seine Gemeinde

Gemeinderäte

Der Gemeinderat der jungen Stadt setzte sich 1932 aus 15 Männern und der Gemeinderat von Haag-Land aus 19 Männern zusammen:
Bürgermeister Stefan Ströbitzer, Vizebürgermeister David Achatz; Karl Bilek, Johann Litschl, Johann Lindner und Christian Schüller als geschäftsführende Gemeinderäte; Hans Brunner, Johann Dörr, Rudolf Eder, Johann Haider, Michael Riegler, Josef Glinzinger, Konrad Teltscher, Karl Wimmer und Andreas Winter als Gemeinderäte.

Bürgermeister Josef Nagelstrasser, Vizebürgermeister Franz Reitzinger; Johann Lichtenberger, Josef Safratmüller, Franz Steinbichler, Stefan Schadauer und Georg Stöckler als geschäftsführende Gemeinderäte; Franz Sturm, Johann Witzlinger, Josef Wieser, Josef Grubbauer, Michael Innerhuber, Johann Fellner, Anton Szelegowitz, Franz Reisinger, Johann Schrattbauer, Josef Adlberger, Johann Nagelstrasser und Karl Maiss als Gemeinderäte.
Der mit 19. März 1938 neu bestellte Gemeinderat der Stadtgemeinde setzte sich folgend zusammen: Bürgermeister Stefan Ströbitzer blieb weiterhin Chef der Gemeinde. Dem Gemeinderat gehörten als Beigeordnete und Ratsherren an: Hans Dirnberger, Hans Brunner, Alexander Forstner, Ing. Karl Hinterndorfer, Alois Erhard, Josef Hochreiter, Johann Grosswindhager, Josef Sauschlager, Andreas Winter, Ignaz Staudinger, Hans Forstmayr und Rudolf Puchegger.

Am 13. Mai 1945 konstituierte sich die erste Gemeindevertretung nach dem Zweiten Weltkrieg. Vorerst gab es nur ein provisorisches Gremium; die Bestellung des Bürgermeisters benötigte die Zustimmung der russischen Besatzungsbehörde. Mit 2. Juli 1945 setzte sich der provisorische Gemeinderat wie folgt zusammen: Bürgermeister Franz Martetschläger (KPÖ), 1. Vizebürgermeister Franz Sturm (ÖVP), 2. Vizebürgermeister Anton Doschko (SPÖ); Gemeinderäte: Josef Safratmüller, Franz Innerhuber, Hans Wiesmayr, Michael Riegler, Johann Stöffelbauer und Franz Lehner von der ÖVP; Anton Gruber, Franz Reisinger und Franz Schübl von der SPÖ; Franz Winkler, Josef Glinzinger und Johann Haider von der KPÖ.

Nach den Nationalrats- und Landtagswahlen vom 25. November 1945 wurde am 6. Dezember 1945 die Gemeindevertretung umgebildet. Der neue Mandatsstand entsprach nun den tatsächlichen Machtverhältnissen. Bürgermeister wurde Franz Sturm; Anton Doschko rückte auf zum 1. Vizebürgermeister. Weiters waren im neuen Gemeinderat vertreten: Hans Wiesmayr, Josef Safratmüller, Michael Riegler, Alois Prinner, Franz Lehner, Johann Stöffelbauer, Karl Innerhuber, Martin Saffertmüller, Franz Innerhuber; Anton Gruber, Franz Reisinger, Franz Schübl; Franz Winkler.

Die Gemeinderatswahlen am 7. Mai 1950 brachten 15 Mandate für die ÖVP, 7 für die SPÖ und 1 für die KPÖ.

Das erste Zeichen der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit den Verhältnissen seiner unmittelbaren Umwelt setzt der Bürger bei den demokratischen Entscheidungen in seiner Gemeinde. Den Ergebnissen aller Gemeinderatswahlen nach zu schliessen, sind die Bürger unserer Stadt mit ihren Volksvertretern zufrieden. Seit 1955, der endgültigen Befreiung unserer Heimat, ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen im politischen Gefüge der Volksvertretung. Sicherlich ist dies auch ein Verdienst der beiden Bürgermeister ÖR Franz Sturm und KR Ernst Huber, die die Geschicke Haags seit 1945 leiteten.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1955, Mandate in Klammern:

Wahl

ÖVP

SPÖ

VO (Volksopposition)

gesamt

14. 5. 1955

1770 (15)

950 ( 8)

41 (—)

23

10. 4. 1960

1824 (16)

908 ( 7)

FPÖ

23

4. 4. 1965

1823 (16)

868 ( 7)

112 (—)

23

5. 4. 1970

1738 (14)

881 ( 7)

234 (2)

23

6. 4. 1975

1781 (17)

1038 (10)

198 (2)

29

23. 3. 1980

2019 (19)

1008 ( 9)

142 (1)

29

Neben der laufenden Bautätigkeit einer Stadt gibt es immer wieder Bauten, die grosse finanzielle Mittel erfordern und für Jahrzehnte, ja für Jahrhunderte bestimmt sind.

Dazu zählt sicher der Anbau an die alte Volksschule, der 1952 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Er beherbergte bis 1975 die Hauptschule.

1965 wurde der Leopold-Figl-Kindergarten eröffnet. Bereits zehn Jahre später war ein neuerlicher Hauptschulbau mit zwei Turnhallen in der Höllriglstrasse notwendig. 1981 konnte die grösste Investition der Stadt, die zentrale biologische Kläranlage, ihren Betrieb aufnehmen. 1982 steht das neue Feuerwehrgerätehaus vor der Vollendung, dessen Bau viele private Helfer durch freiwillige Arbeitsleistungen und Geldspenden förderten. Jeder Ort dankt seinen hervorragenden Persönlichkeiten mit der Verleihung von Anerkennungen, Auszeichnungen oder der Ehrenbürgerschaft. Die Stadtgemeinde Haag ist dafür bekannt, dass sie mit Ehrungen sparsam ist; deshalb haben sie für die betreffenden Personen einen um so höheren ideellen Wert.

Mit der Würde eines Ehrenbürgers wurden ausgezeichnet:
Ferdinand Bachmayr, Bürgermeister (1889), Dechant Johann Ev. Höllrigl, Pfarrer (1891), Josef Hufnagl, Gemeindearzt (1896), Josef Aigner, Bürgermeister (1897), Johann Tippl, Oberlehrer (1897), Johann Oberndorfer, Reichsraths-Abgeordneter (1897), Ignaz Niemczyk, Landesgerichtsrat (1900), Baron Alfred von Lederer, Bezirkshauptmann (1900), Rudolf Weiss, Bürgermeister (1907), Franz Buchegger, Landesfürstlicher Kommissär (1910), Josef Sturm, Hofrat und Bauernbunddirektor (1933), Dr. Josef Wagner, Prälat und Heimatdichter (1933), Georg Schönauer, 100. Geburtstag (1933), Stefan Ströbitzer, Bürgermeister (1950), Msgr. Johann Pragerstorfer, Pfarrer (1952), Ökonomierat Franz Sturm, Bürgermeister (1952), DDr. h. c. Ing. Leopold Figl, Bundeskanzler (1959), Dr. Hermann Lindermann, Bezirkshauptmann (1970), Ökonomierat Andreas Maurer, Landeshauptmann (1976).

Seit fünfzig Jahren hat die Stadtgemeinde Haag alle Probleme gemeistert, die das Leben einer Kleinstadt mit sich bringen. Was wird die Zukunft bringen?

„Die Grundfeste des freien Staates ist die freie Gemeinde!" Dieser Grundsatz sollte allen Verantwortlichen in unserem Staat stärker ins Bewusstsein treten. Heute haben die Gemeinden ungleich mehr Aufgaben zu erfüllen, wobei ihnen die nötigen Mittel meist fehlen. Gemeinden geraten in Abhängigkeit durch die Kreditpolitik und sind in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt. Auch die Stadtgemeinde Haag hat Rückzahlungsverpflichtungen, die über das Jahr 2000 hinausgehen. Soll die Gemeinde auch in Zukunft das Aufbauwerk fortführen, so müssen auch die Gemeindebürger daran mitarbeiten. Es gibt viele Dinge, die der einzelne in seinem Bereich lösen kann, ohne die Öffentlichkeit damit zu belasten. Die Stärkung der heimischen Wirtschaft durch den Einkauf in der Stadt sichert Arbeitsplätze und stärkt die Investitionsfreude der Unternehmer. Ausserdem bilden die Abgaben das finanzielle Rückgrat der öffentlichen Einnahmen. Nur gemeinsam, über alle parteipolitischen und standesmässigen Unterschiede hinweg, so wie es bisher echt „HAAGERISCH" war, können wir froh in die Zukunft unserer schönen Stadt Haag blicken!

QUELLEN: Stadtarchiv Haag
LITERATUR: Ernst Werner, Von Ennswaldsiedlung zur niederösterreichischen Stadt Haag. Hg. Stadtgemeinde Haag, Haag 1956.