Schloss Klingenbrunn - demoliert
In den Parzellenprotokollen zum Franziszeischen Kataster gibt es beim Eintrag der Baufläche 64 noch den Eintrag "Schloß", als Hausnummer wurde Klingebrunn 9 angegeben. Als Besitzer ist Baron Theodor Risenfels angegeben.
Der Maierhof mit der Baufläche 66 und der Hausnummer 10, sowie das Jägerhaus mit der Baufläche 67 und Hausnummer 7 gehörten ebenfall zum Besitz von Barion Theodor Risenfels.
Weitere Details aus der Geschichte im Buch "Von der Ennswaldsiedlung zur nö. Stadt Haag".
Aus den Gültbüchern:
6. Juli 1690 | Herr Matthäus Riß von Risenfels auf Englsegg, Grünau und Scherent wegen Rohrbach und der darzu gehörigen Güetter … | demnach Herr Franciscus von Risenfels, Freÿherr beÿ denen löblichen Herrn verordneten angebracht, daß sein und seines Herrn Bruedern Johann Baptista Benedict von Risenfels, Freÿherrn in Gott ruhenten Herrn Vatter Herr Mattheus von Risenfels selig unter ihnen beÿdten zweÿ Söhnen solche vätterliche Disposition gemacht, das beede Güetter Rohrbach und Klingenbrunn ihme Herrn Francisco von Risenfels Inhalt der von seinem Herrn Brueder untern 7. Martÿ 690 beÿgebrachten Attestation alleinig zuegethailt und verbleiben sollen; als würdet auf anfangs ermeldten Herrn von Risenfels freÿherrlich eingereicht und unter dato 6. Julÿ 690 von denen Herrn verbschaidtes Anbringen und derinen angezogen beÿligenten Attestation seinen Herrn Bruedern Vatters Nambenoberwehnt Rohrbach und volgents auch Klingebrun, wie beede in Gült und Hausß einjhomen, völlig abgethan und Herrn Francisco von Risenfels , Freÿherr hiervon eines erste folio 361 und daß andere folio 362 zugeschrieben … |
6. Juli 1690 | item wegen Klingenbrun, wegen dieser Güldt findet sich kein Eintrag, ist verhandten, hat sich beÿ Seissenegg gefunden | auf ? alß nachst hirvon Rohrbach und andere hierzue gehörige Güetter abgethan und dem Herrn Franz von Risenfels, Freÿherr folio 361 zuegeschriben worden, würdet auch obbemelt Klingenbrun alda genzlichen ab- und erwehnten Herrn von Risenfels Freÿherrn folio 362 zugeschrieben … |
15. 7. 1690 | Herr Franciscus von Rißenfels, Freÿherr wegen Rohrbach und anderer darzu gehörigen Gütter | den 15, Julÿ 690 hat ihme vorgedachter Herr von Risenfels auf die eingeraichte Nitturftten nicht allein obgedacht Rohrbach und zuegehörige Güetter, sondern auch gleich nachgenants Klingenbrunn mit ainem item folio 362 mit selbigen Güldt und Hauß daneben folio 771 und 773 dessen Herr Vatter Herr Mattheus von Risenfels in Ridterstandt geschriben gestandten zueschreiben lassen, mehrers beÿ der Abschreibung folio 771 et 773 zusehen ist … |
Die NÖ Landtafel als Grundbuch des adeligen Besitzes wurde 1758 unter Maria Theresia eingeführt (Alte Landtafel) und in diese die im Gültbuch einliegenden Herrschaften, Gülten und Freihöfe eingetragen. D.h. die Gültbücher, die im Haupthaus in St. Pölten aufliegen, können als Vorgänger der NÖ Landtafel angesehen werden (Ab 1874 wurde die Landtafel, wie alle anderen Grundbücher auch, neu angelegt und nun als „Grundbuch über landtäfliche Liegenschaften“ (Neue Landtafel) bezeichnet.
Die „Neue Landtafel“ wurde beim Landesgericht für Zivilrechtssachen im Wiener Justizpalast geführt, wo dieser Bestand bei der Brandkatastrophe am 15. Juli 1927 weitestgehend vernichtet wurde. Nach sogleich aufgenommenen Vorarbeiten wurde die Landtafel bis 1933 wiederhergestellt, jedoch konnten fallweise nicht alle Daten rekonstruiert werden. In die rekonstruierte oder erneuerte Landtafel wurden aufgrund der Angaben der Besitzer der landtäflichen Güter die mit Stichtag 15. Juli 1927 (noch) rechtlich relevanten Fakten aufgenommen. Die Rekonstruktion war demnach vom Wissenstand der jeweiligen Besitzer abhängig, weshalb auch zu Klingenbrunn nur ein Besitzstand aufscheint!


