Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Radhof 26

EZ. 13, Wieser, Wirthschaft Nr. 13 - Grübl (Griebl), "auf der Wisn".

Aus den Kirchenbüchern von Haag:

Vorbesitz

Wolfgang und Margaretha Wiser in Grübl

8. 7. 1635

Trauung

Hans und Margaretha (Peßmayr) Wiser

4. 11. 1666

Trauung

Georg und Christina (Satleder) Wiser

27. 1. 1692

Trauung

Veit und Christina (Wißer, 2. Ehe) Lichtenberger

6. 9. 1693

Trauung

Matthias und Christina (Lichtenberger, 3. Ehe) Dierer

19. 8. 1714

Trauung / Kauf

Mathias und Christina (Flexl) Hochhofer (Eltern der Erbin)

5. 5. 1748

Trauung

Mathias und Elisabeth (Hochhofer) Krottenböck

Kauf

Georg und Rosalia Schwändl (Eltern des Erben)

26. 2. 1770

Trauung

Johann Georg und Magdalena (Lichtenberger) Schwändl

18. 2. 1794

Trauung

Georg und Maria (Göttstorfer) Schwändl

13. 5. 1798

Trauung

Georg und Elisabeth (Ortner) Schwändl, 2. Ehe

23. 8. 1859

Trauung / Kauf

Franz und Maria (Schnetzinger) Lichtenberger

7. 5. 1895

Trauung

Franz (*31.1.1863) und Maria (Gerstmayr, *7.2.1871) Lichtenberger

Aus dem alten Grundbuch Salaberg I, folio 74 (Seite 1 und 2) - ein Bambergisches Lehen, früher Räthof № 14:

Gewährbuch fol. 74

900fl.

1745
Gewährbuch fol. 12

1769

Besitz

Georg Schwändl

1783

Besitz

Georg Schwändl Magdalena (Lichtenberger) uxor

30. 1. 1794
Gewährbuch fol. 69

Einantwortung 1740fl.

Georg Schwändl Witwer allein

1806

Besitz

Georg Schwändl Elisabeth (Ortner) uxor

30. 6. 1807
Gewährbuch fol. 350

Kauf 1740fl.

Michael Gerstmayr

15. 7. 1811
Gewährbuch fol. 458

Verstiftung 1740fl.

Barbara Lichtenberger allein

29. 6. 1811

Trauung

Michael Haller Barbara (Lichtenberger) uxor

9. 6. 1812
Gewährbuch fol. 473

Einantwortung 1740fl.

Barbara Lichtenberger allein

9. 6. 1812
Gewährbuch fol. 474

Heurath 1740fl.

Michael Haller Barbara (Lichtenberger) uxor

2. 7. 1851

Notariatsakt / Kauf 4000fl.

Franz Lichtenberger Maria (Gerstmayr) uxor

Leistungen: Alle 3 Jahr 2 Kapaun.
18x folgend auf 1 Jahr.

Natural Dienst: Zu großen Maaß
Waitz  . . . . . . . . .   4 4/8 Metzen
Haber  . . . . . . . .  22 4/8 Metzen
Marktfutter:
Haber . . . . . . . . . . . .   2 Metzen

Aus dem handgeschriebenen "neuen" Grundbuch von Haag:

2. 7. 1851

Notariatsakt / Kauf

LICHTENBERGER Franz und Maria (Gerstmayr)

29. 10. 1886

Einantwortung

LICHTENBERGER Franz jun. (½ von Franz)

25. 4. 1895

KV / Übergabe
Ehepakte

LICHTENBERGER Maria jun. (½ von Maria)

28. 4. 1930

Übergabe

HAMMELMÜLLER Georg und Rosina (Lichtenberger)

21. 3. 1960

Einantwortung

HAMMELMÜLLER Franz (½ von Georg)

11. 10. 1962

Kauf / Übergabe

STÖGER Franz, *1927 u. Franziska (Hammelmüller), *1925

Aus dem elektronischen Grundbuch von Haag, Katastralgemeinde 03124 Radhof, EZ 13:

26. 8. 1991

Übergabevertrag

Gerhard Schedlberger, *1966, ½
Gertraud (Stöger) Schedlberger, *1964, ½

7. 6. 1993

Schenkung

Gerhard und Gertraud Schedlberger

19. 8. 2005

Bestandsrecht und Dienstbarkeit

Schedlberger Eier GmbH

26. 3. 2007

Bestandsrecht und Dienstbarkeit

Schedlberger Eier GmbH

23. 10. 2009

Bestandsrecht und Dienstbarkeit

Schedlberger Eier GmbH

Ausschnitt aus der Urmappe von 1822 © BEV

Fotoquelle GISquadrat

Fotos Sammlung Schedlberger

Geschichte

Die Geschichte des Hauses mit der Zugehörigkeit zur Herrschaft Salaberg reicht weit bis in das Spätmittelalter zurück und gehörte vor der Einführung von Adressen mit Hausnummern zur Rotte Feraberg. Heute ist das Gebiet als "Stibitzhof" (in der Josefinischen Landesaufnahme von 1770 "Stepertzhof") bekannt, denn der "Stibitz Hof" (Bauer in Stibitzhof, Radhof 28) mit dem Mayrhof (Mayr in Stibitzhof, Radhof 29) war offensichtlich der bedeutendste Landwirtschaftliche Betrieb in dieser Gegend und vielleicht gehörte auch der nächste Bauernhof - Pichler in Stibitzhof - noch zu dieser Gruppe.

Das Gebiet etwas südlich davon wurde mit "Wiesn" bezeichnet. In den kirchlichen Aufzeichnungen finden sich unterschiedliche Schreibweisen - "auf der Wiesn", "auf der Wies" oder "auf der Wüsen". Es gilt daher als gesichert, dass der Hausname "Wieser" von dieser Ortsbezeichnung abstammt. Der Namenszusatz "im Griebl" kann mit Kartennachweisen nachvollzogen werden.

In den kirchlichen Unterlagen finden sich als ältest nachweisbare Besitzer Wolfgang und Margaretha Wiser "im Griebl", die demnach tatsächlich noch den Familiennamen Wiser von der Ortsbezeichnung trugen. Auch ihr Sohn Hans, der am 8. Juli 1635 die Margaretha Peßmayr ehelichte, hatte noch den Namen Wiser. Deren Sohn Georg jedoch war der letzte männliche Nachkomme, der den Namen Wiser trug. Er heiratete am 4. November 1666 die Christina Satleder und hatte offensichtlich nur einen weiblichen Nachkommen. Christina Wießer heiratete deshalb am 27. Jänner 1692 den Veith Lichtenberger vom Lichtenberger Gut. Von da an wechseln häufig die Familiennamen am Wiesergut.

Am 5. Mai 1748 heiratete der Bindermeister und Wittiber Mathias Krottenböck die weibliche Erbin am Wiesergut - Elisabeth Hochhofer. Aus welchen Gründen auch immer (kein landwirtschaftsliches Verständnis als Binder?) wurde mit größter Wahrscheinlichkeit das Gut verkauft, denn die nächsten Besitzer des Hauses waren Georg und Rosalia Schwändl. Die Trauung der beiden kann jedoch in Haager Unterlagen nicht gefunden werden, weil sie 1733 noch in Sindelburg geheiratet haben. Nach der Heirat haben sie dann das Wiesergut gekauft. Der Name Schwändl taucht demnach in Haag erstmals 1733 auf. Ihr Sohn Johann Georg ehelichte als Besitzer des "Wiesergutes im Grübl " am 26. Februar 1770 die Magdalena Lichtenberger von der Samhub.

Der Name Schwändl hielt sich bis zu Anfang des 19. Jahrhunders, aber die Besitzverhältnisse der Schwändls liegen in den Nebeln der Geschichte - offensichtlich hatten sie keine Erben. Im alten Grundbuch I der Herrschaft Salaberg in Folio 74 steht bei der Anlage im Jahr 1806 als Besitzer "Georg Schwändl. Der nächste Besitzer war 1807 Michael Gerstmayr, der das Gut um 1740 Gulden erwarb. Schon 1811 aber scheint Barbara Lichtenberger "allein" auf - sie hat das Gut um ebenfalls 1740 Gulden erworben, ehe sie am 29. 6. 1811 von Michael Haller  geehelicht wurde. Michael Haller und seine Frau Barbara bewirtschafteten das Gut bis 1851. Am 2. Juli dieses Jahres wurde ein Kaufvertrag unterzeichnet, womit das Gut um den Preis von 4000 Gulden in den gemeinschaftlichen Besitz von Franz Lichtenberger von Reichhub und Maria Schnezinger von Tollberg über ging. 1859 heiratete dieser Franz Lichtenberger die Maria Schnetzinger aus St. Valentin. Franz Lichtenberger war der Sohn des Leopold Lichtenberger, eines Bauern aus Reichhub Nr. 13.

Von da an war das Anwesen ständig im Familienbesitz - lediglich der Familienname änderte sich zuerst auf Hammelmüller, dann auf Stöger und zuletzt auf Schedlberger.