Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Hintergrund

Im 12. Jahrhundert veränderte sich das in unserem Raum gängige Namenssystem und es wurden immer häufiger zwei Namenselemente - Rufname und Familienname - verwendet - siehe dazu auch diesen Artikel.

In der landwirtschaftlichen Bevölkerung war es üblich, als Nachname den Gutsnamen anzugeben. Allerdings war auch diese Namensgebung nicht genormt und es gab verschiedene Schreibweisen für den gleichen Namen. So war es also früher üblich, den Personen - etwa dem Hans vom Bauerngut "Lichtenberg" - einen Namen wie "Hans vom Lichtenberg" zu geben, aus dem sich dann der Name Johann Lichtenberger entwickelte. Ähnlich erging es vielen anderen Familiennamen, die aus den Hausnamen entstanden, indem man einfach die Endung ...er an den Gutsnamen anhängte. So gibt es heute die Dirnberger, Adlberger, Reichhuber, Grillenberger, Neuhauser und viele andere. Andere Namen wiederum starben aus, weil die letzte Namensträgerin eines Bauerngutes heiratete und somit der Gutsname als Familienname verschwand. Auch dafür gibt es genügend Beispiele - siehe Göblizer oder Zezenberger.

Es gibt jedoch viele Familiennamen, für die offensichtlich im Gemeindegebiet von Haag keine entsprechenden Gutsnamen vorkommen. Aber auch dafür gibt es eine Erklärung. Manche Ehen wurden mit Personen aus anderen Gemeinden oder Pfarrgebieten geschlossen. So gibt es für den Namen Lampersberger von "Lampersberg" in Strengberg, Kerschbaumer vom "Kerschbaum" und Zinkhofer vom "Zinkhof" in Wolfsbach ...