Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Gewerbe und Fremdenverkehr

Bereits im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit blühten in Haag neben der Landwirtschaft Handel und Gewerbe. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch heute viele Kleinbetriebe eine grosse Palette von Erzeugnissen herstellen, Dienstleistungen erbringen und Handelsgüter anbieten. Sie sind in der Lage, die Bedürfnisse der Gemeindebevölkerung und der Region zu decken. Diese Feststellung gilt für den Bau- und Wohnbereich, die Versorgung mit Konsum- und Luxusgütern, das Transport- und Verkehrswesen, den landwirtschaftlichen Sektor, Fremdenverkehr und Erholung, Reparatur- und Dienstleistungswesen jeglicher Art bis zum Banken- und Sparkassenbereich.

Die Stadtgemeinde Haag unterstützt die heimische Wirtschaft mit gewerbefördernden Massnahmen, durch Ausstellungen und Verkaufsveranstaltungen und die Ankurbelung des Fremdenverkehrs. Diese Initiativen dienen nicht nur den Betrieben, sondern tragen auch dazu bei, dass möglichst viele Haager in ihrem Wohnort beschäftigt sein können. So will man der Zunahme von Pendlern etwas entgegenwirken. Nach einer Ermittlung des Jahres 1979 gibt es 774 Haager — 407 aus der Stadt, 367 vom Land —, die auswärts ihren Arbeitsplatz haben. Das Vorherrschen der Gastronomie bestätigt, dass Haag schon immer von einem „geselligen Völklein" bewohnt war. Zählte man 1932 noch 21 Gaststätten, so sind es 1981 immerhin 13, grösstenteils bestens ausgebaute, leistungsfähige Betriebe. Darunter nehmen das „Gasthaus Zum Tierpark", ein Spezialitätenrestaurant, und das Rasthaus „Mostviertelrast" an der Autobahn eine besondere Stellung ein. Zu ihnen gesellt sich noch die Festhalle.

Da die Natur der Stadt keine besonderen Fremdenverkehrsattraktionen bescherte, waren die Bestrebungen der Stadtverwaltung seit jeher auf die Hebung des Ausflugsverkehrs ausgerichtet. Dies spiegelt sich in der relativ geringen Bettenkapazität und deren Auslastung. Die Gaststätten bieten siebzig Betten, private Vermieter zwanzig Betten an. Zwei Landwirte mit insgesamt sechsundzwanzig Betten nehmen an der Aktion „Urlaub am Bauernhof" teil.

Alle Fremdenverkehrseinrichtungen und Wirtschaftsaktivitäten der letzten zwanzig Jahre in Stadt Haag sind untrennbar mit dem Namen des Bürgermeisters Ernst Huber verbunden. Er war und ist Initiator und Motor des Wirtschaftslebens unserer Stadt, wofür er vom Herrn Bundespräsidenten mit dem Titel Kommerzialrat ausgezeichnet wurde.

1959 findet auf dem Gelände des Weissparkes und der Weisswiese das erste HAAGER VOLKSFEST statt. Diese Leistungsschau läuft seither alle zwei Jahre auf einem vergrösserten Gelände als „Messe im Mostviertel" mit Landmaschinenschau, Handel- und Gewerbeausstellung, Sonderschauen und einem Monsterprogramm für Unterhaltung. Die 80.000 Besucher kommen vorwiegend aus dem Bezirk Amstetten und aus dem oberösterreichischen Raum.

Der Veranstaltungsreigen erforderte 1967 den Bau einer Mehrzweckhalle auf dem Volksfestgelände. Wegen des regen Zuspruchs musste der Bau 1977 zur „Festhalle der Stadt Haag" vergrössert werden. Die Zubauten beherbergen eine moderne Küche, ein Büfett, neue Sanitär-anlagen, Garderobe, Festkanzlei und Repräsentationsraum. Dadurch wurde die Festhalle zum grössten derartigen Bau zwischen Enns und Ybbs, zum Haus der Be
gegnung für die Bewohner der Stadt und des Bezirkes Amstetten.

1970 startete die Stadtgemeinde die erste Blumenschmuckaktion, die sich seither immer positiver auf das Ortsbild auswirkte. Seit 1975 findet am ersten Sonntag im Mai der MOSTKIRTAG statt. Durch Beschluss des Gemeinderates werden bei der vorhergehenden Bezirksmostkost Mostgütesiegel in Gold und Silber für Spitzenmoste verliehen. Viele Gäste lernten seither die Landes-säure wieder lieben und schätzen!
Parallel zu den Aktivitäten um den Most gehen die Bestrebungen der Gemeinde um die Erhaltung der Kulturlandschaft und den Weiterbestand der Mostobstpflanzungen. Von 1976 bis 1981 unterstützte die Gemeinde 3000 Neupflanzungen durch finanzielle Zuschüsse.

Die älteste Erholungs- und Fremdenverkehrseinrichtung ist das Parkbad Haag, dessen Gründung auf einen Kneippverein auf das Jahr 1890 zurückgeht. 1952/53 wird ein Becken 50X 18 m errichtet. 1961 kommt eine Badewasseraufbereitungsanlage hinzu. 1970 erfolgt der Einbau eines modernen Aluminiumbeckens. Im folgenden Jahrzehnt erfährt das Parkbad Haag jährlich bauliche Verbesserungen, sodass es während der Badesaison gerne von Gästen aus den Nachbarorten frequentiert wird.Zu den Fremdenverkehrseinrichtungen neueren Datums zählen auch die Tennisanlage des Tennisclubs und die Stockschiessbahnen auf dem Volksfestgelände. Für Wanderer sind die Rundwanderwege im Gemeindegebiet gedacht, für die 1980 eine eigene Wanderkarte aufgelegt wurde.

Die bedeutendste Fremdenverkehrseinrichtung ist zweifellos der Tierpark Haag. Das 30 Hektar grosse Areal mit mehrhundertjährigem Baumbestand im Schlosspark Salaberg entwickelte sich zu einem Magnet für Besucher jeder Altersstufe. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Forellenfischerei im Jochteich der Anlage. 1981 haben über hunderttausend Besucher diese Fremdenverkehrseinrichtung der Stadt Haag besucht.

Ganz im Sinne des Fremdenverkehrs entwickeln die Vereine immer wieder eigene Initiativen für verschiedene Veranstaltungen. Damit sich unsere Stadt den Besuchern auch mit dem gebührenden Gesicht zeigen kann, läuft seit 1980 eine Fassaden-Erneuerungsaktion.