Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Heimberg 12

EZ. 19, Inberg, Wirthschaft Nr. 20

Aus dem handgeschriebenen Grundbuch von Haag:

(altes Grundbuch Erla Florianeramt fol. 49) - früher Imberg Nr. 6

31.8.1858

Einantwortung

ALTENEDER Maria

14.10.1887

Einantwortung

LICHTENBERGER Florian und Anna

2.8.1910

Kauf

GRUBER Michael

30.8.1910

Kauf

PERNDL Georg und Franziska

27.12.1920

Einantwortung

PERNDL Franziska, verh. HAIDER

18.5.1920

Ehepakte

HAIDER Franz (½)

8.3.1950

Übergabe

PERNDL Georg und Maria

03.12.64

Übergabe
Ehepakte

RIENER Josef, *1938 (¼)
RIENER Hilda, *1940 (¼)

29.12.1977
3.12.1964

Übergabe
Ehepakte

RIENER Josef, *1938 (¼)
RIENER Hilda, *1940 (¼)
= je 1/2

Aus den Kirchenbüchern von Haag:

Vorbesitz -->

Wolfgang und Catharina Khornmillner

31. 7. 1650

Trauung

Stephan und Maria (Mayr) Khornmillner

28. 4. 1665

Tod

Maria Kornmilner

15. 11. 1665

Trauung

Stephan und Katharina (Milberger) Kornmilner (2. Ehe)

12. 10. 1681

Trauung

Mathias uns Catharina (Radlspecker) Khornmühlner

16. 9. 1691

Trauung

Mathias und Maria (Viertelmayr) Khornmüllner (2. Ehe)

17. 6. 1731

Trauung

Simon und Anna (Hämeth) Khornmüllner

13. 2. 1735

Trauung

Simon und Christina (Kranawetter) Khornmüllner (2. Ehe)

16. 9. 1769

Trauung

Michael und Maria (Halbmayr) Kornmihlner

15. 5. 1804

Trauung

Georg und Magdalena (Alteneder) Kornmühler

30. 6. 1829

Trauung

Michael und Magdalena (Kornmüller) Gerstmayr

6. 7. 1829

Trauung / Kauf

Joseph und Maria (Reicher) Alteneder

2. 9. 1851

Tod

Maria Alteneder

8. 9. 1851

Tod

Joseph Alteneder

22. 11. 1852

Trauung / Kauf, UG?

Joseph und Maria (Alteneder, von Adlberg!) Bartü

5. 7. 1887

Trauung

Florian und Anna (Witzlinger) Lichtenberger

Franz unbekannt, Georg Perndl, Franz Haider, Franziska Pirka, Maria Öllinger geb. Perndl, geb. Haider?
Georg Perndl
Georg und Franziska Perndl

Geschichte

Das westliche Mostviertel mit seinen vielen kleinen Weilern ist schon relativ altes Kulturland und lässt sich deshalb sicher datieren. Heinrich Weigl hat sich in seinen Forschungen zum Historischen Ortsnamenbuch von NÖ eingehend mit diesen Dingen auseinandergesetzt. Für den Haager Bereich kommt Weigl zum Ergebnis, dass die Entstehung der Siedlungen von Heimberg ins 10. Jahrhundert fällt - ebenso wie Klaubling, Lembach, Radelsbach und die Einzelhöfe der Katastralgemeinden Reichhub, Knillhof und Krottendorf sowie dieser Weiler selbst und Salaberg. Es ist demnach anzunehmen, dass auch der Weiler "Imberg" um 900 bis 1000 entstand.

Das Haus mit der aktuellen Hausnummer Heimberg 12 (EZ.19) war in früheren Zeiten eng mit dem Haus Heimberg 11 (EZ.18) verbunden. Während das Nachbarhaus durch die Landwirtschaft geprägt war, scheint es an diesem Haus durch Generationen hindurch Wagner gegeben zu haben.

Der erste nachweisbare Eintrag für das Wagnergewerbe war die Trauung des Simon Khornmüllner am 17. 6. 1731, wo die eindeutige Berufsbezeichnung "Wagner Gsöll" gebraucht wird. Es ist daher anzunehmen, dass zu diesem Zeitpunkt die Wagnerwerkstatt schon bestand und bereits der Vater Mathias Khornmihlner mit dem Wagnerhandwerk begonnen hat. Der letzte Eintrag mit einer Verbindung zum Wagnergewerbe war am 22. 11. 1852 die Trauung der Maria Alteneder als "Besitzerin des Wagnerhauses" mit Joseph Bartü als "Wagnergeselle". Dessen Berufsstand wird zusätzlich im Trauungseintrag als "Werkführer" bezeichnet, war auf einen größeren Wagner-Betrieb hindeutet.

Die Besitzer beider Häuser entspringen allerdings der gleichen Familie - die Kornmüller.

Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass die Bewohner des bäuerlichen Anwesens im Nachbarhaus Klingenbrunnerische Untertanen waren, bei den Wagnern jedoch in einem Heiratseintrag der Zusatz "Florianerischer Undthan" auftaucht. Es ist nahezu unmöglich, dass der Besitzer einer Liegenschaft zugleich Klingenbrunnerischer und Florianerischer Untertan sein kann. Auch scheint es nicht wahrscheinlich, dass die Besitzer nacheinander zwei verschiedenen Herrschaften verpflichtet waren. Am ehesten richtig ist die Annahme, dass der Wagnerbetrieb schon früher bestand und der Landwirtschaftliche Betrieb erst später von einer anderen Linie der Familie bewohnt wurde. Deshalb konnten später die Häuser zu unterschiedlichen Herrschaften gehören. Erhärtet wird diese Annahme durch den Umstand, dass erst 1714 mit der Trauung der Tochter von Mathias Khornmüllner (Christina) das andere Haus erwähnt wird!

Offensichtlich gab es nach Joseph und Maria (Alteneder) Bartü keine Erben, so dass Florian und Anna (Witzlinger) Lichtenberger das Anwesen übernahmen. Wahrscheinlich ist eine Leibrente oder Kauf, denn beim Trauungseintrag steht bereits "... Mitbesitzerin des Imbergergutes".

Danach wurde das Haus anfangs des 20. Jahrhunderts zwei Mal hintereinander verkauft, wodurch die Verbindung zum Nachbarhaus völlig unterbrochen wurde.