Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Mesnerhaus

EZ. 101, Messnerhaus Nr. 2

7. 2. 1850

Besitzbestätigungsdekret k.k. n.ö. Statthalterei

PFARRKIRCHE zu HAAG

Erstes Schulhaus (Mesnerhaus) - Geschichtstafel

Hierorts gab es schon gegen Ende des 14. Jh. (1388) einen von der katholischen Pfarrverwaltung geführten Schulunterricht. Die Bezahlung für die im Unterricht tätigen Personen (Kaplan, Schullehrer u. Mesner) erfolgte durch die Pfarre.

Gegen Ende des 16. Jh. (1590/1595 ?) entstand dieses Gebäude für den Unterricht. Zugleich war es auch die Wohnstatt für den Mesner und Organisten. Ab 1604 war offiziell die Besetzung der Lehrerposten dem Pfarrer übertragen. Von dieser Zeit an gab es vermutlich zwei Lehrpersonen für den Unterricht einer zweiklassigen Schule.

Bis zum Erwerb des Risenfels`schen Schlösschens (Höllriglstraße 3) als geräumiges Schulgebäude durch Dechant Dr. Michael Perschi im Jahre 1804, musste der Unterricht auch in gemieteten Zimmern anderer Häuser abgehalten werden. Im 19. und 20. Jh. diente dieses Gebäude als Mesnerhaus, in allerletzter Zeit als Flüchtlingswohnung.

Text - Hans Hintermayr

Geschichte

Schule in Haag

Neben den Arbeiten an Kirche und Uhrwerk wurde noch Bedeutenderes aus der Benefiziatenlade finanziert: Der Bau eines Schulhauses, das zugleich die Wohnstatt für den Mesner und Organisten sein sollte. Rechnungen der Benefiziatenlade aus dem Jahre 1595 ergeben, dass insgesamt neun Fuhren Steine, fünf Fuhren Kalk, drei Fuhren Ziegel, Sand und Wasserfuhren für das "Schuellhauss" in Haag zu bezahlen waren. Andere. Rechnungen aus der selben Zeit reden von 11 Stämmen Holz, 9000 Schindeln, 25 Laden, 13.000 Schindelnägel und 700 Ladennägel; hier soll es sich laut Angabe des Originalpapiers nur um Ausbesserungen des Schulhauses gehandelt haben. Schon im Jänner 1590 gibt es eine Glasnerrechnung für das Schulhaus zu bezahlen und der Zimmermeister Wolfgang Mürsner erstellt eine Rechnung über 47½ Tage Arbeit im Schulhause. Zur selben Zeit wird auch das Frühmesserhaus für einen Gesellenpriester hergerichtet, für das unter anderem 10 Laden gebraucht werden.

Besetzung des Schulmeisterposten

Eines gibt uns ja zu denken: Anno 1596 war der protestantische Bürger Sebald Schmidtleuthner aus Waidhofen an der Ybbs von Herrn Nimrod Kölnpeck auf Salaberg für den Schulmeister- und Organistenposten in Haag ausersehen gewesen; er hatte die Probe bestanden und sollte anderen Bewerbern vorgezogen werden. Er wurde aber dann als „untüchtig" vom Kirchenobristeninspektor, vermutlich dem Dechant, abgelehnt und erhielt aus der Benefiziatenlade die Kosten seines vergeblichen Haager Aufenthaltes rückerstattet. Hier fand offenbar um die Besetzung des überaus wichtigen Amtes ein kleiner "Kulturkampf" statt, in dem der katholische Teil als Sieger hervorging.

Mit der Übertragung des Benefiziatenvermögens in die Hände des Pfarrers (1604) wurde dann endgültig die Sorge für die Schule und die Besetzung der Lehrerposten dem Pfarrer übertragen.

Haags bedeutende Rolle um 1600

Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, dass die Schule von Anfang an zweiklassig war, dass auch zwei Lehrpersonen, der Organist und noch ein Gehilfe (Mesnergehilfe) unterrichtet haben.

Haag hat am Ende des Jahrhunderts mit seiner Schule aber eine kulturelle Tat ersten Ranges gesetzt. Schulen gab es zu jener Zeit wirklich nur in bedeutenderen Ortschaften. Durch ein beständiges Wachsen, durch Arbeit und erstarkende Wirtschaftskraft, trotz Hussiten (1421), Böhmen (1462), Ungarn (1485) und Türkenstürmen (1532) trotz der Glaubensspaltung und des in der Bürgergemeinde selber schwelenden Religionszwistes hat sich Haag um 1600 in die Reihe der maßgebenden Märkte Osterreichs eingereiht.

Personenstand um 1900

Aus dem Buch "Geschichte der Gemeinde und Pfarre Haag" von Mons. Johann Ev. Höllrigl:

Meßnerhaus. Tapezierermeister Franz und Magdalena Kahr; Maria Hirsch; Franz Kutschera; Theresia Duschanek.