Haus-Chroniken von Haag

Nach Katastralgemeinden - von damals bis heute

Stadt Haag

Die Flächenausdehnung der Katastralgemeinden:

  • Edelhof 6,16 km²
  • Gstetten 3,26 km²
  • Haag 2,71 km²
  • Heimberg 3,60 km²
  • Holzleiten 4,48 km²
  • Knillhof 4,04 km²
  • Krottendorf 4,81 km²
  • Porstenberg 2,95 km²
  • Radhof 5,18 km²
  • Reichhub 7,75 km²
  • Salaberg 3,72 km²
  • Schudutz 6,14 km²
Ausschnit Haag der Urmappe der Gemeinde Gstetten von 1822 © BEV

Aus dem Buch "Geschichte der Gemeinde und Pfarre Haag" von Mons. Johann Ev. Höllrigl (1900):

In historischen Dokumenten erscheint Haag vor dem Sterbejahr Heinrich des Heiligen als ein Grenzpunkt der Ostmark (1024). Im Jahr 1325 wurde den Einwohnern durch Bischof Heinrich von Bamberg die Befreiung von sämtlichem "Tribut", den sie an das Kloster Gleink abzuführen verpflichtet waren, zuteil. Im Jahr 1331 kam Bischof Wertho von Bamberg nach Haag und bestätigte hier das Holzabstockungsrecht im Hagwald, dann die Stiftung, wodurch der Bischof 1183 das Grabnergut in Edelhof, 3 Bauerngüter in Keppeldorf, das Werkgarngut und 4 Bauerngüter in Richersdorf dem Kloster Gleink unterwarf.

Haag wird als Markt urkundlich schon im Jahr 1431 aufgeführt. Im Jahr 1464 erhielt der Ort über Bitten des Hanns Freiherrn zu Neuburg und Herrn zu Rohrbach mittels eines vom Kaiser Friedrich ausgefertigten Diploms die Erneuerung der Privilegien eines Marktes; ferner erhielt die Einwohnerschaft das Bürger-Prädikat und das Recht zur Abhaltung des Thomas-Jahrmarktes und eines Körnermarktes für jeden Montag. Im Jahr 1544 wurde in Haag die Weber-Innung errichtet und 1557 der Bürgerschaft vom Kaiser Ferdinand I. das Privilegium zum Verschleiße des Innerberger Eisens ausgefertigt.

Im Jahr 1563 wurde von demselben Kaiser dem Markt Haag ein Wappenbrief gegeben, der ihn berechtigt, den Kirchenpatron von Haag, St. Michael, als Wappenschild zu führen.
Im Jahr 1618 fand die Ausmarkung des Haager Burgfriedens statt.

Im Jahr 1641 wurde der Georgimarkt von Klingenbrunn nach Haag verlegt und wird seither im MArkt Haag abgehalten.

Im Jahr 1651 wurden die in Ardagger, Wallsee und Zeillern wohnhaften Schneidermeister von der Haager Innung ercindiert und der in Wallsee errichteten Innung einverleibt.

Im Jahr 1684 überließ Pfarrer Edlwehr der Marktgemeinde gegen Verabfolgung eines Unschlittdienstes das Recht zur Einhebung der Jahrmarkt-Standgelder.

Im Jahr 1817 wurden die pfarrherrschaftlichen Inwohner von der Winkelsteuer und dem Anschirmgelde enthoben.

Am 1. Februar 1852 nach 9 Uhr abends brach in dem Hause Nr. 72 im Markt Feuer aus, welches aber alsbald unterdrückt wurde. Der Brandlegung verdächtig, wurde der Finanzwachmann Franz Rzehak verhaftet und über sein abgelegtes Geständnis zu 20jähriger Kerkerstrafe verurteilt; er starb aber bald im Gefängnis.

Die Katastralgemeinde Haag, in der Mitte der Ortsgemeinde gelegen, enthält nur den Markt Haag. Der Markt hat 115 Häuser, welche teils auf einem Berg (oberer Markt mit einem Platz), teils an dessem Fuße (unterer Markt) liegen. Die Häuser stehen fast alle isoliert, sodaß besonders zwei Eigentümlichkeiten von Haag gelten: Jedes Haus ist ein Eckhaus und das Wasser fließt aufwährts. Am Fuß der Anhöhe fließt der Haagerbach vorbei, welcher auch das pfarrliche Wasserleitungswerk treibt. Die Häuser sind durchgehend mit Ziegeln gedeckt, größtenteils von Obstbäumen umgeben, wodurch sie eine liebliche ländliche Ansicht gewähren.

Besonders die beiden Weiß´schen Häuser am Marktplatz sind altdeutsch und prachtvoll gebaut. Es dürfte wohl nicht so bald im ganzen Land ein so netter Markt sein wie Haag ist, das auch die Leute häufig "Klein-Wien" nennen.

Der Weiß-Park vor dem Freilichtmuseum. Fotograf unbekannt.

Fotos Sammlung Barnasch